Gesundheit

Niedersachsen: Ministerium warnt vor Glyphosat im Bier

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Patrick Schlos

Foto: Picture alliance / Frank May

Das Niedersächsische Agrarministerium hat 22 Vollbiere testen lassen. In vielen Proben fanden die Forscher Reste von Chemikalien.

Hannover. Rückstände von Pflanzenschutzmittel belasten zahlreiche Biersorten: Das ist das Ergebnis einer Untersuchung im Auftrag des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, kurz Laves. Die Behörde hatte insgesamt 22 Proben von Vollbieren aus Deutschland und Belgien, darunter auch ein Biobier, auf Rückstände von Pflanzenschutzmittel untersuchen lassen. Insgesamt 18 der getesteten Sorten enthielten dabei Reste von Pestiziden.

Nur vier Proben in der Untersuchung waren frei von Rückständen, darunter das Biobier. In zehn der genommenen Proben war nach Angaben des Ministeriums mindestens ein Reststoff enthalten, sechs Biere wiesen zudem noch Spuren von zwei Wirkstoffen auf. In zwei Proben konnten sogar drei verschiedene Pestizide von den Forschern nachgewiesen werden. Am häufigsten, insgesamt neun mal, konnte das Halmverkürzungsmittel Chlormequat entdeckt werden, in sieben Fällen fanden sich Spuren des umstrittenen Mittels Glyphosat.

„Es ist ein erschreckendes Ergebnis, dass man in mehr als 80 Prozent der Bierproben Pestizide gefunden hat und dabei teilweise gleich Rückstände von drei verschiedenen Pflanzen- und Insektengiften. Besonders schockiert mich, dass in rund einem Drittel der Proben Glyphosat gefunden wurde, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein“, sagt der niedersächsische Agrar- und Ernährungsminister Christian Meyer (Grüne).

Strengere Regeln gefordert

Der niedersächsische Minister fordert strengere Regeln beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln: „Beim Bier sagt das Reinheitsgebot, dass als Grundstoffe nur Hopfen, Malz und Wasser hinein gehören. Leider gibt es für verarbeitete Lebensmittel wie Bier keine Grenzwerte für Pestizid-Rückstände“, so Meyer. Die Bundesregierung solle deshalb künftig für eine genauere Festlegung von zulässigen Obergrenzen für chemische Reststoffe sorgen: „Wir brauchen beim Einsatz von Pestiziden und Herbiziden viel schärfere Regeln. Dazu gehört das Verbot von für Menschen gefährlichen Stoffen wie Glyphosat. Hier muss klar das Vorsorgeprinzip für die menschliche Gesundheit gelten.“

Der Bund solle auch bei einer anstehenden EU-Entscheidung über die Verlängerung von Glyphosat mit Nein abstimmen. In Niedersachsen gilt bereits seit 2015 ein Verbot für das Pflanzenschutzmittel Glyphosat auf Spielplätzen und öffentlichen Flächen.