Wangerooge

Nordsee-Fähre mit 280 Passagieren sitzt im Watt fest

Die Fähre "Harlingerland" (Archivbild) ist die längste der drei Wangerooge-Fähren und wurde 1979 von der Werft Schürenstedt in Bardenfleth gebaut

Die Fähre "Harlingerland" (Archivbild) ist die längste der drei Wangerooge-Fähren und wurde 1979 von der Werft Schürenstedt in Bardenfleth gebaut

Foto: imago stock&people

Menschen müssen an Bord der "Harlingerland" ausharren. Erster Rettungsversuch schlug fehl. Seenotretter bringen kranken Jungen an Land.

Harlesiel. Eine Fähre mit rund 280 Menschen an Bord ist auf der Überfahrt von der Nordseeinsel Wangerooge ans Festland im Watt steckengeblieben. Seenotrettern gelang es am Montagnachmittag zunächst nicht, die "Harlingerland" freizuschleppen. Um 23 Uhr sollte ein weiterer Versuch unternommen werden, dann stehe das Wasser wieder höher, sagte der Sprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), Christian Stipeldey. „Es ist davon auszugehen, dass das gelingt, vielleicht schafft es die Fähre sogar aus eigener Kraft.“

2016 schon mehr Fälle als sonst

Zwischen den ostfriesischen Inseln und dem Festland setzen sich immer wieder Fähren fest, wenn der Wasserstand niedriger ist als vorhergesagt oder der Wind ungünstig steht und das Wasser aus der Fahrrinne drückt. Sprecher Stipeldey sagte, das passiere etwa fünf bis zehn Mal im Jahr. In der Regel zieht das für die Fahrgäste aber nur eine mehrstündige Zwangspause auf See nach sich. 2016 habe es schon mehr Fälle als sonst im Schnitt gegeben, sagte der Sprecher. Darunter ein Fall aus dem Januar, bei die Fähre "MS Frisia II“ mit 650 Passagieren an Bord rund zwölf Stunden vor Juist festsaß.

Vater und kranker Sohn an Land gebracht

An Bord der Fähre war auch ein Vater mit seinem fünf Jahre alten, kranken Sohn. Die Seenotretter brachten ihn mit dem Rettungsschiff "Wilma Sikorski" zunächst zurück auf die Insel, weil aufgrund des ungewöhnlich niedrigen Wasserstandes auch das Rettungsboot den Hafen in Harlesiel nicht mehr anlaufen konnte. Auf der Insel sollte dann entschieden werden, ob der Junge mit einem Hubschrauber aufs Festland geflogen werden sollte. Alle anderen rund 280 Passagiere blieben an Bord, für sie bestand keinerlei Gefahr.

"Harlingerland" ist die längste Fähre

Der von Ebbe und Flut abhängige Fährverkehr zwischen Wangerooge und dem Festlandhafen Harlesiel wird von der DB Fernverkehr übernommen. Die 1979 erbaute "Harlingerland" ist mit 46 Metern die längste der drei Wangerooge-Fähren und fasst bis zu 630 Passagiere. Die Dieselmotoren mit 820 kW Leistung ermöglichen eine Geschwindigkeit von 11 Knoten (20 km/h).