Alter Mordfall

Lüneburger Friedhofsgärtner brachte Birgit Meier um

Die Lüneburger Unternehmergattin Birgit Meier verschwand vor 27 Jahren

Die Lüneburger Unternehmergattin Birgit Meier verschwand vor 27 Jahren

Foto: Landeszeitung

DNA-Spur bringt Licht in 27 Jahre alten Fall. Mutmaßlicher Mörder war schon damals in Verdacht geraten. Er könnte ein Serientäter sein.

Lüneburg. Die Polizei Lüneburg hat einen fast drei Jahrzehnte alten Vermisstenfall aufgeklärt. Die genauen Umstände zum Tod von Birgit Meier bleiben allerdings weiter im Dunkeln. Ihr mutmaßlicher Mörder – ein Friedhofsgärtner, der schon kurz nach der Tat unter Verdacht geriet – kann nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden. Er brachte sich bereits 1993 um.

Im Sommer 1989 verschwand die damals 41-jährige Birgit Meier unter ungeklärten Umständen aus ihrer Wohnung in Brietlingen-Moorburg und gilt seither als vermisst. Die Polizei Lüneburg startete damals umfangreiche Ermittlungs- und Suchmaßnahmen. So wurde unter anderem in der ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY-ungelöst“ nach der Vermissten gefahndet. Hinweise zu ihrem Aufenthaltsort oder die Umstände ihres Verschwindens ergaben sich jedoch nicht. Dies änderte sich auch nicht in den Folgejahren, in denen die Polizei Lüneburg immer wieder neue Klärungsversuche unternahm.

Täter war mit Birgit Meier bekannt

Neue Bewegung kam in den ungelösten Fall im Spätsommer 2015, als die Polizei den Fall Birgit Meier komplett neu aufrollte. Die Ermittlungen fokussierten sich schließlich wieder auf den zur Tatzeit 40-jährigen Lüneburger Friedhofsgärtner, der mit Birgit Meier bekannt war. Der Mann hatte sich allerdings 1993 umgebracht, als er wegen einer anderen Sache in Untersuchungshaft saß. Die Ermittlungen wurden daraufhin eingestellt. Nun kann dieser Tatverdacht laut Polizei mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bestätigt werden.

Die Ermittler arbeiteten das gesamte vorliegende Akten- und Beweismaterial nochmals auf und ließen gefundene Spuren nach heute aktuellen wissenschaftlichen Methoden untersuchen. Außerdem wurde erneut nach dem nie aufgetauchten Leichnam gesucht. So kam es zu mehreren Exhumierungen, da der damals Verdächtige als Friedhofsgärtner tätig war. Die Suche ergab jedoch bis heute keine Hinweise auf einen möglichen Verbleib des Leichnams von Birgit Meier.

DNA stammt höchstwahrscheinlich vom Opfer

Letztlich brachten aber die neuesten forensischen Untersuchungsmethoden bei der DNA-Bestimmung den Durchbruch: Auf einer damals im Haus des Tatverdächtigen sichergestellten Handfessel stellten die Ermittler Gewebe sicher. Die bei der Untersuchung festgestellte DNA stimmt mit höchster Wahrscheinlichkeit mit der DNA von Birgit Meier überein.

Danach halten Polizei und Staatsanwaltschaft es für sehr wahrscheinlich, dass der damals bereits tatverdächtige Friedhofsgärtner Birgit Meier entführte und sie hierbei aus nicht näher geklärten Umständen zu Tode kam. Anhaltspunkte dafür, dass der damals ebenfalls ins Visier der Fahnder geratene Ehemann mit dem Verschwinden von Birgit Meier zu tun haben könnte, haben sich durch die neuen Ermittlungen nicht ergeben. Der damalige Tatverdächtige kommt nach Einschätzung der Kriminalisten auch für andere schwere Gewalttaten infrage.

„Unser Ansatz, weit zurück liegende, aber schwere Fälle, die noch ungeklärt sind, noch einmal mit neuen Augen und den neuesten technischen Möglichkeiten akribisch aufzuarbeiten, hat sich als absolut richtig erwiesen“, so Polizeipräsident Robert Kruse. „Der damit verbundene Aufwand ist nicht nur dadurch gerechtfertigt, dass Mord nicht verjährt und die Täter sich nie sicher fühlen dürfen. Wir wollen auch und gerade den Angehörigen von Tötungsopfern möglichst große Gewissheit darüber bringen, was mit ihren Verwandten passiert ist.“