Fahndung

Weitere Überfälle: So geht die RAF-Bande vor

Diese aktuellen Aufnahmen zeigen Burkhard Garweg (l.) und Ernst-Volker-Staub

Diese aktuellen Aufnahmen zeigen Burkhard Garweg (l.) und Ernst-Volker-Staub

Foto: Staatsanwaltschaft Verden / dpa

Etliche Raubzüge in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sollen aufs Konto der ehemaligen Terroristen Staub, Klette und Garweg gehen.

Hannover.  Sie kommen mit Waffen, Sturmhauben, sind bei den Überfällen „höflich und besonnen“: So gehen laut des Landeskriminalamts Niedersachsen die ehemaligen RAF-Mitglieder bei ihren Raubzügen vor.

Seit 2011 sollen Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette Geldtransporter und Supermärkte ausgeraubt haben. Insgesamt acht Taten schreiben die Ermittler den Ex-Terroristen der dritten Generation der RAF zu.

Weitere Taten sind nicht auszuschließen

Das sind zwei Überfälle auf Geldtransporter in Stuhr bei Bremen und in Wolfsburg im Juni beziehungsweise Dezember 2015. Dabei benutzte das Trio unter anderem eine Panzerfaust. Supermärkte sollen Staub, Garweg und Klette im September 2011 in Celle, am Heiligabend 2012 in Stade, im August 2014 in Elmshorn, im Januar 2015 in Osnabrück, im November 2015 in Northeim und im Mai 2016 in Hildesheim überfallen haben.

Frank Federau, Sprecher des LKA, sagt: „Die Täter sind vermutlich in Geldnot, deswegen sind weitere Taten nicht auszuschließen.“ Er warnt Passanten: Sollten die Täter erkannt werden, sollte sich diejenigen nicht nähern, sondern die Polizei rufen: „Die Täter dürften bewaffnet sein“, so Federau.

Mittlerweile haben die Ermittler ein Muster bei der Vorgehensweise des Trios entdeckt. So sollen sich Staub, Garweg und Klette ein bis drei Monate vor dem Raub ein Tatfahrzeug organisieren. „Sie kaufen stets Fahrzeuge im unteren Preissegment, etwa um die 300 Euro“, sagt Federau. Zum Autohändler reisen die Täter mit öffentlichen Verkehrsmitteln an, wollen bei der Probe des Autos nicht selbst fahren und holen die Autos außerhalb der Geschäftszeiten ab. Nach der Tat wird der Wagen meist in einem nahegelegenen Waldgebiet entsorgt, oft angezündet.

Fahndung läuft schleppend

Trotz der Fahndung mit aktuellen Bildern von Garweg und Staub habe das LKA wenige Hinweise bekommen und noch keine heiße Spur. Ein Fahnder sagt dazu: „Trotz der sehr guten Aufnahmen und der markanten Details scheinen die Personen wie vom Erdboden verschluckt. Wenn das mein Nachbar wäre, würde ich ihn doch erkennen. Das ist schon sehr verwunderlich.“

Mittlerweile haben die Ermittler eine Belohnung ausgesetzt. Für entscheidende Hinweise gibt es bis zu 20.000 Euro. Das LKA Niedersachsen ist unter der Telefonnummer 0511/262 62 74 00 zu erreichen.