Niedersachsen

Sexueller Missbrauch in Flüchtlingsunterkunft

Ein Neunjähriger wurde in Oldenburg missbraucht und schwer verletzt. Haftbefehl gegen einen 17-Jährigen aus dem Irak.

Oldenburg.  Ein 17 Jahre alter Flüchtling aus dem Irak soll kurz vor Pfingsten in einer Oldenburger Flüchtlingsunterkunft ein neunjähriges Kind schwer sexuell missbraucht haben. Das Opfer stamme ebenfalls aus einer Flüchtlingsfamilie, teilte die Oldenburger Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Gegen den Jugendlichen wurde Haftbefehl erlassen. Die Behörde bestätigte damit im Kern einen Bericht der Oldenburger «Nordwest-Zeitung».

Familie kam in eine andere Unterkunft

Das Blatt hatte in seiner Donnerstagausgabe geschrieben, bei dem Opfer handele es sich um einen Jungen aus Syrien. Er sei bei dem Übergriff schwer verletzt und von der Polizei in ein Krankenhaus gebracht worden. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurde die Familie des betroffenen Kindes nach der Tat in eine andere Unterkunft verlegt.

Ein Haftbefehl gegen einen zweiten Iraker sei inzwischen aufgehoben worden, teilte die Ermittlungsbehörde weiter mit. Der 34-Jährige habe zunächst im Verdacht gestanden, sich an der Tat beteiligt zu haben, indem er sie durch Schmierestehen absicherte. Dieser Vorwurf habe sich aber nicht in vollem Umfang erhärten lassen. Der Mann werde inzwischen nur noch verdächtigt, sich durch unterlassene Hilfeleistung strafbar gemacht zu haben. Dem Zeitungsbericht zufolge handelt es sich bei diesem Beschuldigten um einen Onkel des 17-Jährigen.

Die Staatsanwaltschaft betonte, sie habe "wie stets in Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern" zunächst davon abgesehen, sich unaufgefordert zu dem Fall zu äußern. Dies gelte unabhängig von der Nationalität oder Herkunft der Tatbeteiligten.

Die Nordwest-Zeitung war durch einen Hinweis aus der Bevölkerung auf den Vorfall aufmerksam geworden. Er soll sich in einer ehemaligen Berufsschule ereignet haben, die jetzt als Unterkunft mit rund 200 Plätzen dient. Dort leben dem Bericht zufolge derzeit 70 Menschen, unter ihnen 27 Kinder und Jugendliche sowie 46 Männer und 24 Frauen. Die zentrumsnahe Unterkunft werde in Kürze geräumt, weil die Flüchtlinge in eine andere Unterkunft umziehen sollen.