Landkreis Stade

Unbekannter erschießt Seeadler – Behörde stellt Strafanzeige

Das tote Seeadler-Weibchen, das mit einer Schusswunde in seinem Nest in Balje gefunden wurde

Das tote Seeadler-Weibchen, das mit einer Schusswunde in seinem Nest in Balje gefunden wurde

Foto: NABU -Niedersachsen / dpa

Das Weibchen wurde mit einer Schusswunde aus seinem Nest geborgen. Der Nabu hat eine Belohnung von 10.000 Euro ausgelobt.

Stade.  Der Landkreis Stade hat wegen eines toten Seeadlers Strafanzeige gegen unbekannt erstattet. Es bestehe der dringende Verdacht, dass der Greifvogel mit Absicht auf seinem Horst abgeschossen worden sei, sagte Kreissprecher Christian Schmidt.

Das tote Seeadlerweibchen war vorigen Mittwoch in seinem Nest in der Nähe der Gemeinde Balje entdeckt und zwei Tage später aus einer Höhe von 18 Metern geborgen worden.

Nach Angaben des Seeadler-Betreuers des Landes Niedersachsen, Peter Görke, gibt es keinen Zweifel, dass das Tier erschossen wurde. Der Adler habe ein sechs bis acht Millimeter großes Einschussloch aufgewiesen.

Es gibt noch 44 Seeadler-Pärchen in Niedersachsen

Der Nabu hat unterdessen eine Belohnung von insgesamt 10.000 Euro für Hinweise ausgelobt, die zur Ergreifung des Täters führen. „Greifvogelverfolgung verstößt gegen das Artenschutzrecht und muss konsequent und unnachgiebig verfolgt werden“, erklärte Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender in Niedersachsen und fügt an, dass auch empfindliche Strafen von bis zu fünf Jahren Gefängnis drohen können.

In Niedersachsen gibt es laut Seeadler-Betreuer Görke noch 44 Paare, er sagt: „Da zählt jedes Individuum.“ Das erschossene Weibchen hatte seit mehreren Jahren mit ihrem Partner in dem Horst bei Balje gelebt.