Ausstellung

Kunsthalle in Emden zeigt Obst als Kunstobjekt

Unter dem Motto „Vitaminbombe - Früchtebilder von Picasso bis Warhol“ soll die Bedeutung von Obst in der Kunst gezeigt werden.

Emden.  Sie sind Symbole der Liebe, der Vergänglichkeit, der Versuchung und der Fruchtbarkeit: Früchte tauchen in der Malerei seit jeher als beliebtes Motiv auf. Im 30. Jahr ihres Bestehens widmet sich die Kunsthalle in Emden dem Thema von Samstag an mit einer Sonderausstellung unter dem Motto „Vitaminbombe - Früchtebilder von Picasso bis Warhol“. Gezeigt werden 115 farbenfrohe Werke aus der Sammlung des Heidelberger Unternehmers, Wissenschaftlers und Stifters Rainer Wild (72), sagte am Freitag Kuratorin Katharina Henkel.

Mehr als 300 Kunstwerke werden in der Ausstellung zu sehen sein

Er hat über 40 Jahre lang eine private Kunstsammlung aufgebaut, die sich ganz auf das Abbild der Frucht in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts konzentriert. Mehr als 300 Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Grafiken sowie plastische Arbeiten und mittlerweile auch Videos zählen zu der weltweit einzigartigen Sammlung. Davon ist nun ein gutes Drittel bis Ende Mai in Emden zu sehen.

Darunter sind nicht nur Werke von Pablo Picasso und Andy Warhol, sondern auch Arbeiten etwa von Karl Schmidt-Rottluff, Salvador Dali, Paul Klee, Marc Chagall, Ai Weiwei, Edgar Ende, Joseph Beuys und Oskar Kokoschka.

Sie Ausstellung weist auch auf die gesundheitliche Wirkung hin

Die Schau ist in 15 Kapiteln nach Fruchtsorten geordnet. Die große stilistische Spannbreite der Auswahl reiche von der klassischen Moderne über die Kunst nach 1945 bis in die Gegenwart, hieß es. Ergänzt werden die Bilder durch Erläuterungen zur botanischen Herkunft, Tradition und Bedeutung in der Kunstgeschichte. Auch Hinweise auf die gesundheitliche Wirkung der Früchte auf den Organismus fehlen nicht und machen den Besuch auch zu einem Naturspaziergang im Museum.

Das Interesse am Thema kam bei Wild zunächst in rein wissenschaftlicher Perspektive auf. „Abgesehen davon, dass ich stets gerne Früchte gegessen habe, fesselte mich die pharmakologische und toxikologische Wirkung von Früchten und ich habe mich mit ihren Inhaltsstoffen und ihrer chemischen Zusammensetzung beschäftigt“, erinnerte sich der Sammler. Später wurden Früchte für ihn auch aus wirtschaftlicher Sicht wichtig. „Was lag also näher“, sagte er, „als sich nach der umfassenden Beschäftigung mit diesem Thema auch den zahlreichen Darstellungsformen und -möglichkeiten der Frucht in der bildenden Kunst zu widmen“.