Leuphana

Umstrittener Vizepräsident der Uni Lüneburg tritt zurück

Leuphana-Vizepräsident Holm Keller (l.) und der New Yorker Architekt Daniel Libeskind (Archivbild)

Leuphana-Vizepräsident Holm Keller (l.) und der New Yorker Architekt Daniel Libeskind (Archivbild)

Foto: dpa

Holm Keller geht: Die Studierenden sprechen von "ominösen Verstrickungen" beim Libeskind-Bau. Holm Keller bleibt aber offenbar Berater.

Lüneburg. Er ist mitverantwortlich für das, was die Universität ein Leuchtturmprojekt, viele Kritiker aber ein Millionengrab nennen: den Libeskind-Bau der Leuphana Universität Lüneburg. Jetzt tritt der umstrittene Vizepräsident Holm Keller freiwillig ab, um einen Posten in einem von der EU und der Leuphana gemeinsam betriebenen Projekt ("Kenup") zu übernehmen. Der Rückzug Kellers war den Professoren der Uni bereits in einem Schreiben mitgeteilt worden, das dem Abendblatt vorliegt. Ein Uni-Sprecher bestätigte den Rücktritt am Freitag. Die Studierenden des Asta sprachen von "ominösen Verstrickungen mit Privatfirmen", die Keller habe.

Der Asta wirft Keller vor, dass beim Prestige-Bauprojekt für ein neues Zentralgebäude von Star-Architekt Daniel Libeskind die Kosten in stratosphärische Höhen gestiegen seien. Das hatten unter anderem der Landesrechnungshof und auch der Steuerzahlerbund moniert. Die Baukosten stiegen bislang auf 89 Millionen Euro. Die Studierenden sprechen von anfänglichen Kostenplänen in Höhe von 56 Millionen Euro.

Leuphana-Präsident Sascha Spoun bedauert den Abgang

Auch im niedersächsischen Landtag gab es bereits kritische Fragen zu Keller. Der Vizepräsident soll außerdem früher geschäftliche Verbindungen zu Libeskind gehabt haben. Er war eng verbandelt mit Leuphana-Präsident Sascha Spoun.

Spoun ließ mitteilen, in Keller "verliere nicht nur die Leuphana einen Motor der Veränderung", sondern er persönlich auch einen "entscheidenden Weggefährten", der für die Neugestaltung der Hochschule viel erreicht habe. Spoun schrieb an die Uni-Mitarbeiter: "Ich möchte an dieser Stelle der guten Form halber erwähnen, dass die Entscheidung von Holm Keller keine Auswirkungen auf meine eigenen Planungen zur Erfüllung meiner Amtszeit an der Leuphana bis 2020 haben wird."

Holm Keller bleibt Uni-Berater

Die Studierenden hatten bereits vor Jahren versucht, Kellers Ernennung zum Vizepräsidenten mit einer einstweiligen Anordnung zu verhindern.

Keller soll maßgeblich dazu beigetragen haben, dass das Großprojekt mit der EU ("Kenup") nach Lüneburg geholt worden ist. Dieses wird auch "Innovations-Inkubator" genannt und umfasst wissenschaftliche Projekte in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern. An der Leuphana hieß es, Keller werde als Berater erhalten bleiben.