Niedersachsen

Flüchtlinge sollen fürs Handwerk gewonnen werden

Junge Flüchtlinge informieren sich in einer Holzwerkstatt über klassische Arbeitsmethoden

Junge Flüchtlinge informieren sich in einer Holzwerkstatt über klassische Arbeitsmethoden

Foto: Martin Schutt / dpa

4000 Betriebe wollen Flüchtlinge ausbilden. Die Auzubis sollen bei einer einjährigen Vorbereitung auf die Lehre vorbereitet werden.

Hannover.  Die IG Metall und Handwerksverbände wollen Flüchtlingen in Niedersachsen bessere berufliche Perspektiven bieten. Gemeinsam gründeten sie dafür am Montag einen „Handwerkspakt Integration“, mit dem die Geflüchteten unter anderem Zugang zum dualen Ausbildungssystem erhalten sollen, wie die IG Metall mitteilte. Daran beteiligen sich rund 4000 Kfz- und Metallhandwerksbetriebe, Tischlereien sowie Landbautechnikfirmen.

Ausbildung mit Chance auf Festanstellung

Für die Flüchtlinge, die vorab einen Sprachkurs besucht haben müssen, fördern die Agenturen für Arbeit zusätzlich eine einjährige Einstiegsqualifizierung. Darin werden die Teilnehmer auf ihre Berufsausbildung vorbereitet und erhalten monatlich durchschnittlich 500 Euro. Im Anschluss an die Ausbildung besteht für sie die Chance auf eine unbefristete Übernahme in einen Handwerksberuf.

Das Handwerk leidet nach eigenen Angaben wegen des demografischen Wandels unter einem massiven Fachkräftemangel und kann teilweise Ausbildungsplätze nicht besetzen. Der Handwerkspakt sei vor diesem Hintergrund ein Gewinn für Flüchtlinge und Betriebe, hieß es. Die IG Metall verhandele zurzeit mit der Metall- und Elektroindustrie über eine vergleichbare Regelung.