Bremen

Polizei prüft Hinweise zu Autofahrern nach Facebook-Aufruf

Die Unfallstelle nach dem illegalen Rennen in Bremen

Die Unfallstelle nach dem illegalen Rennen in Bremen

Foto: Ingo Wagner / dpa

Nach dem illegalen Straßenrennen in Bremen, bei dem eine 52-jährige Unbeteiligte getötet wurde, gehen Ermittlungen weiter.

Bremen. Nach dem tödlichen Unfall bei einem illegalen Straßenrennen in Bremen sind bei der Polizei zahlreiche Hinweise eingegangen. Einige davon seien sehr konkret, sagte Sprecherin Franka Haedke am Montag auf Anfrage. Die Resonanz sei groß, der Vorgang finde auch beim Facebook massive Verbreitung. Dort wurde der Beitrag mehr als zehntausend Mal geteilt.

Die Polizei sucht weiter nach den beiden Verursachern eines tödlichen Unfalls, bei dem am Wochenende eine unbeteiligte 52-Jährige getötet worden war. Die Autofahrer sollen sich ein illegales Straßenrennen geliefert haben. Die Ermittler prüften nach und nach die Hinweise aus der Bevölkerung, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. „Das ist schon dramatisch. Die sind offensichtlich unbeirrt weiter gefahren.“ Eine konkrete Spur gebe es aber noch nicht. Die verunglückte Frau war den beiden Wagen ausgewichen und gegen einen Baum geprallt. Ihr 51-jähriger Beifahrer wurde leicht verletzt. Die beiden Verursacher entkamen unerkannt.

Erst vor kurzem war in Köln ein Radfahrer Opfer eines solchen Rennens geworden. Der Wagen eines Rennteilnehmers überschlug sich und traf den Radler mit voller Wucht, so dass er starb. Zuvor hatte es in diesem Jahr in Köln bereits zwei andere tödliche Unfälle gegeben, die vermutlich auf illegale Autorennen zurückzuführen sind.

In Bremen war die getötete 52-Jährige mit einem 51-jährigen Mann im Auto unterwegs, als ihr plötzlich innerorts zwei Wagen entgegenkamen, die sich gegenseitig mit stark überhöhter Geschwindigkeit überholten und längere Zeit unbeirrt nebeneinander her rasten. „Ein Anwohner hat das vom Balkon aus beobachtet“, sagte Polizeisprecherin Franka Haedke.

Dabei nutzten die beiden Fahrzeuge auch die Fahrbahn der Frau. Um einen Frontalzusammenstoß zu verhindern, wich die 52-Jährige aus. So kam sie von der Straße ab, fuhr gegen einen Baum und dann gegen den Betonmast einer Straßenlaterne. Die Frau starb noch an der Unfallstelle, ihr Beifahrer wurde leicht verletzt.

Nach dem tödlichen Unfall gingen bei der Polizei in Bremen bis Sonntagnachmittag mehrere Dutzend Hinweise ein. Darunter seien auch sehr konkrete Tipps zu bestimmten Autos gewesen, die nun nach und nach untersucht werden, sagte ein Polizeisprecher. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht. An der Unfallstelle waren 50 Kilometer pro Stunde erlaubt, die beiden Autos sollen jedoch mit mindestens 90 km/h unterwegs gewesen.

Polizeisprecherin Haedke sagte, der Unfallort sei bisher nicht für illegale Autorennen bekannt. Nach Angaben des TÜV Rheinland gibt es das Phänomen solcher illegaler Rennen bundesweit in vielen Städten. Manchmal würden dabei hohe Geldpreise ausgesetzt, wie Karl-Friedrich Voss, der Vorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Verkehrspsychologen nach dem Unfall von Köln in der vergangenen Woche geschildert hatte. Beteiligte seien meist junge Männer zwischen 18 und 25 Jahren. „Leute, die ihr Selbstbewusstsein sehr stark mit dem Auto verknüpfen.“

Auch in Salzgitter kam es in der Nacht zum Sonntag zu einem illegalen Autorennen im Stadtteil Lebenstedt. Die Polizei leitete dort gegen zwei junge Männer Verfahren ein, die sich mit weiteren Beteiligten ein nicht genehmigtes Rennen im normalen Straßenverkehr geliefert hatten. Die beiden Männer erwarten hohe Geldbußen und möglicherweise Fahrverbote.