Lüneburg

Mann nach Messerattacke in Asylbewerber-Heim verurteilt

Ein Justizbeamter steht im Landgericht Lüneburg  im Gerichtssaal

Ein Justizbeamter steht im Landgericht Lüneburg im Gerichtssaal

Foto: Philipp Schulze / dpa

Die Richter des Landgerichtes Lüneburg haben einen 32 Jahre alten Mann nach einer Messerattacke in einer Asyl-Unterkunft verurteilt.

Lüneburg.  Das Landgericht Lüneburg hat einen 32 Jahre alten Mann nach einer Messerattacke in einer Unterkunft für Asylbewerber in Bad Bevensen zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Die 10. Große Strafkammer befand den Mann am Freitag des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung für schuldig.

Der Algerier soll im Januar einen ebenfalls aus Nordafrika stammenden Mitbewohner niedergestochen und dabei lebensgefährlich verletzt haben. „Ohne die Hilfe der Ärzte säße der Nebenkläger heute nicht hier“, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Wolter. Das Opfer habe durch den Stich mit einem Küchenmesser lebensgefährliche Verletzungen erlitten und musste mehrfach operiert werden.

Auch der Herzbeutel des damals 25-Jährigen wurde getroffen, bevor Mitbewohner den Angreifer entwaffnen konnten. Zuvor soll es Streitereien in der Unterkunft gegeben haben. Nach Angaben des Opfers seien auch unerwünschte sexuelle Avancen des 32-Jährigen vorausgegangen, hieß es am Freitag.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf sechs Jahre und drei Monate wegen versuchten Totschlags plädiert, die Nebenklage sogar auf sieben Jahre. Die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung gefordert. „Wir werden Revision einlegen“, kündigte Verteidigerin Wiebke Schröder nach dem Urteil an. Der Beklagte hatte sich zuvor bereiterklärt, im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs 4000 Euro an den Geschädigten zu bezahlen.