Hannover

Grundstein mit Zeitkapsel soll Landtag Glück bringen

Der Landtagspräsident Bernd Busemann (l) und der Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) legen während der Grundsteinlegung für den neuen Plenarsaal des niedersächsischen Landtags in Hannover eine sogenannte Zeitkapsel in das Mauerfach

Der Landtagspräsident Bernd Busemann (l) und der Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) legen während der Grundsteinlegung für den neuen Plenarsaal des niedersächsischen Landtags in Hannover eine sogenannte Zeitkapsel in das Mauerfach

Foto: Peter Steffen / dpa

Ein helles und modernes Parlament soll im Herzen Hannovers entstehen. Der Anfang dafür ist gemacht - mit einer Kupferschatulle.

Hannover. Um kurz nach 13 Uhr war es soweit: Mit der offiziellen Grundsteinlegung hat Landtagspräsident Bernd Busemann am Dienstag die Aufbauarbeiten für den neuen Plenarsaal des Parlaments in Hannover gestartet. Damit ist die seit Sommer 2014 laufende Abrissphase endgültig abgeschlossen.

Monatelang hatten die Arbeiter mit teils schwerem Gerät den maroden Bau des Architekten Dieter Oesterlen entkernt und für die Neugestaltung vorbereitet. Bis Sommer 2017 soll das ehrgeizige Bauprojekt abgeschlossen sein.

„Wir werden heute, getreu der zeitgemäßen Tradition, in einer Schatulle druckfrische Tageszeitungen, ein paar ausgewählte Münzen, Baupläne und Firmenverzeichnisse in den Grundstein einmauern“, sagte Busemann. Unter den Gegenständen in dem Kupferbehälter war auch ein Abgeordnetenverzeichnis als Zeitdokument beigefügt.

Die Baukosten sind bislang mit rund 52,8 Millionen Euro veranschlagt. Ob das Budget ausreicht, ist nach Angaben des Finanzministeriums derzeit noch nicht absehbar. Busemann äußerte sich aber optimistisch: „Die Baukosten bewegen sich derzeit im Rahmen der Planungen. Blicken wir also zuversichtlich auf die kommenden Monate.“

Richtfest für Dezember geplant

Zur Grundsteinlegung auf der imposanten Großbaustelle waren kurz vor Beginn der letzten Plenarsitzung vor der Sommerpause auch viele Abgeordnete aus dem nur wenige Meter entfernten provisorischen Landtag gekommen. Unter den Gästen begrüßen konnte Busemann zudem seine Amtsvorgänger Horst Milde, Rolf Wernstedt und Hermann Dinkla.

Erneut betonte Busemann, dass der Landtag nach dem Umbau kein „Luxusbau“ für die Parlamentarier werde, sondern ein modernes, transparentes und funktionelles „Haus der Demokratie“. „Wollen wir alle hoffen, dass der Bau ohne Zwischenfälle voranschreiten wird. Wenn alles gut geht, werden wir hier Mitte Dezember das Richtfest feiern können“, sagte der Parlamentspräsident.

Mit Blick auf den bereits erzielten Baufortschritt auf der 11 217 Quadratmeter großen Baustelle dürfe jeder zu Recht stolz sein. Trotz zwischenzeitlicher Probleme mit korrodierten Stahlstreben sei der Bau im Plan. „Etwa 14 000 Tonnen Abbruchmaterial sind abgefahren worden. Die Sohlplatte ist gegossen, und die Außenwände stehen ja auch schon. Nun kann es mit dem Wiederaufbau richtig losgehen.“

In den kommenden Monaten werde der neue Plenarbereich „in großen Schritten Gestalt annehmen“, sagte Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD). „Bis zum Frühjahr 2016 soll im Zuge der Rohbauarbeiten die Kubatur weitgehend hergestellt sein“, sagte der oberste Dienstherr des für den Bau verantwortlichen Staatlichen Baumanagements. Hierfür würden rund 4000 Kubikmeter Beton, rund 700 Tonnen Bewehrungsstahl sowie rund 300 Tonnen Stahltragwerke benötigt.

Zum Ausruhen sei es daher noch viel zu früh, da noch zahlreiche Feinheiten und Einzelplanungen festgelegt werden müssten. „Bekanntlich steckt der Teufel im Detail“, betonte Busemann.