Dezember 2013

Polizei sucht Zeugen nach Brandanschlag in Lüneburg

Die Überreste eines historischen Gebäudes im Hafenviertel Stintmarkt von Lüneburg  (Niedersachsen)

Die Überreste eines historischen Gebäudes im Hafenviertel Stintmarkt von Lüneburg (Niedersachsen)

Foto: Philipp Schulze / dpa

Die Ermittlungen gehen weiter: Nach einem Brandanschlag im Dezember 2013 in der Lüneburger Innenstadt sucht die Polizei nach Zeugen.

Lüneburg. Eineinhalb Jahre sind seit dem heimtückischen Brandanschlag auf das italienische Restaurant „La Trattoria“ im historischen Lüneburger Wasserviertel Stintmarkt vergangen. Doch noch immer konnte der Täter nicht gefasst werden. Jetzt geht die Polizei Lüneburg mit dem Fall an die breite Öffentlichkeit. Am Mittwoch sendet „Aktenzeichen XY-Ungelöst“ einen Bericht. Dabei wird der Leiter der Sonderkommission (SoKo) „Stint“ Tobias Gruhne im Studio sein.

Dabei möchte die SoKo besonders die Zeugen erreichen, die den Täter gesehen haben. Mit dem neuen „BKMS-System“ können sich Zeugen über das Internet anonym an die Polizei wenden.

Im Internetsystem der Polizei können sich Zeugen anonym melden

Mit Hilfe des „elektronischen Postkastens“ können sie mit der Polizei einen Dialog aufnehmen und von Beamten eine Rückmeldung erhalten. Außerdem sind so auch gezielte Nachfragen möglich. Das besondere an diesem System ist, dass die Identität des Zeugen nicht nachvollziehbar ist. Das System ist technisch so angelegt, dass eine automatische Anonymisierung der Hinweise erfolgt. Damit gibt es keinerlei Möglichkeiten zur Rückverfolgung, die Identität der Schreibenden bleibt im Dunkeln.

Tatverdächtige männliche Person

Die Polizeiinspektion Lüneburg setzt das System bereits seit November 2014 in diesem Fall ein. „Wir haben bereits ein halbes Dutzend Hinweise anonym bekommen. Dabei war bisher jedoch nicht die eine heiße Spur dabei“, sagt Kai Richter, Pressesprecher der Polizei Lüneburg. Dabei geht die Polizei davon aus, dass viele Personen Hinweise für sich behalten. Die Zeugen würden es für sich behalten, weil sie niemanden verdächtigen möchten, sagt die Polizei. Bisherige Ermittlungen der Sonderkommission ergaben, dass eine dringend tatverdächtige männliche Person unmittelbar nach der Explosion das gegenüberliegende Restaurant „La Taverna“ durch einen Seiteneingang betrat.

Der Mann wird als 170-180 cm groß mit dunkelgelockten Haaren, breitem Kreuz und leicht untersetzter Statur beschrieben. Der oder die Täter handelten nach Auffassung der Polizei in der Absicht, das Restaurant zu zerstören.

14 Personen kamen nur mit Glück unverletzt aus dem Gebäude

Dabei nahmen sie die Tötung sämtlicher Bewohner bewusst in Kauf. Bei dem Brandanschlag im Dezember 2013 kamen die 14 anwesenden Personen nur aufgrund von glücklichen Umständen unverletzt aus dem Gebäude. Das Restaurant, welches im Erdgeschoss des historischen Lösecke-Hauses im Wasserviertel Lüneburgs liegt, wurde durch den Brand und das Löschwasser komplett zerstört. Knapp eine Million Euro beträgt der Sachschaden an dem Gebäude.

Zeugen, die etwas gesehen haben, können hier Hinweise geben. Auch telefonisch nimmt die Dienststelle Hinweise ab Mittwoch unter 04131/292 000 entgegen. Die Hansestadt Lüneburg setzte gemeinsam mit einem Versicherer und der Polizei für Hinweise, die zur Ergreifen des Täters führen, eine Belohnung von 20.000 Euro aus.

(Tobias Johanning)