NS-Kriegsverbrecher-Prozess

„Buchhalter“ von Auschwitz in Lüneburg vor Gericht

Am Dienstag startet der Prozess in Lüneburg

Am Dienstag startet der Prozess in Lüneburg

Foto: RONNY HARTMANN / AFP

In Lüneburg startet ab Dienstag der Prozess gegen den früheren „Buchhalter“ von Auschwitz, Oskar Gröning. Es geht um Beihilfe zu Mord in 300.000 Fällen.

Lüneburg. In einem der letzten großen NS-Kriegsverbrecherprozesse muss sich der frühere „Buchhalter“ von Auschwitz, Oskar Gröning, von morgen (Dienstag) an vor dem Landgericht Lüneburg verantworten.

Die Staatsanwaltschaft Hannover wirft dem 93-Jährigen vor, im Frühjahr 1944 Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen geleistet zu haben. Der damalige SS-Unterscharführer war für das Gepäck der verschleppten Menschen auf der Bahnrampe mit zuständig und verbuchte das Geld, das sie bei sich hatten. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hat er Spuren der Massentötung verwischt, indem er half, Gepäck wegzuschaffen.

Die Anklage geht auf Ermittlungen der „Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen“ in Ludwigsburg zurück. Von 30 Verfahren, die die Zentralstelle an die zuständigen Staatsanwaltschaften abgegeben hat, kommen nach ihren Angaben noch zwei weitere zur Anklage. Nach Angaben seines Anwalts will sich Gröning vor Gericht äußern. Das Verfahren stößt auf internationales Interesse. Mehr als 60 Nebenkläger sind beteiligt. (epd)