Lingen

AKW Emsland kann nach Reparatur wieder ans Netz gehen

Die Aufnahme zeigt die Reaktorkuppel und den Kühlturm des Kernkraftwerks Emsland in Lingen.

Die Aufnahme zeigt die Reaktorkuppel und den Kühlturm des Kernkraftwerks Emsland in Lingen.

Foto: Ingo Wagner / dpa

Atomkraftwerk wurde Freitag vom Netz genommen. Ursache war eine defekte Gehäuseabdichtung. Ab Dienstag soll der Meiler Strom einspeisen.

Lingen.  Das wegen einer Leckage vom Netz genommene Atomkraftwerk Emsland in Lingen kann wieder ans Netz gehen. Nach abgeschlossener Reparatur und ordnungsgemäßer Prüfung werde der Meiler voraussichtlich am Dienstag wieder Strom einspeisen, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Umweltministeriums am Montag.

Fehlerursache war eine defekte Gehäuseabdichtung

Als Ursache der Kleinstleckage sei eine defekte Gehäuseabdichtung in einer Probenabnahmearmatur zur Bestimmung des Borsäuregehaltes im Primärkreislauf festgestellt worden. Die Dichtung sei ausgetauscht und alle baugleichen Armaturen seien inspiziert worden, sagte der Ministeriumssprecher. Das Atomkraftwerk war am vergangenen Freitag vom Netz genommen worden.

Atomkraftgegner fordern sofortiges Aus für das AKW

Nach dem Zwischenfall fordern Anti-Atomkraft-Initiativen das sofortige Aus für das Kraftwerk. Der Betreiber RWE und die Atomaufsicht in Hannover müssten es umgehend vom Netz nehmen, bevor es wegen fortschreitender Materialermüdung zu weiteren Pannen und Problemen komme, verlangten mehrere Initiativen und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz. Der Meiler läuft seit 27 Jahren.

In Niedersachsen sind derzeit noch zwei Atomkraftwerke am Netz: die Meiler Emsland in Lingen und Grohnde in Emmerthal bei Hameln. Das Werk Emsland soll 2022 als letzter niedersächsischer Atomreaktor abgeschaltet werden. (dpa)