Lüneburg

93-Jähriger wegen NS-Verbrechen in Auschwitz angeklagt

Polizisten vor dem Landgericht Lüneburg. Zum Prozessauftakt wird großes internationales Medienaufgebot erwartet. (Symbolbild)

Polizisten vor dem Landgericht Lüneburg. Zum Prozessauftakt wird großes internationales Medienaufgebot erwartet. (Symbolbild)

Foto: Philipp Schulze / dpa

Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen: Früherer SS-Unterscharführer muss sich vor dem Landgericht Lüneburg verantworten.

Lüneburg.  Vor dem Landgericht Lüneburg beginnt am 21. April einer der vermutlich letzten größeren NS-Prozesse in Deutschland. Der frühere SS-Unterscharführer Oskar Gröning muss sich wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen verantworten.

Der heute 93-Jährige soll im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau geholfen haben, das Gepäck der Häftlinge beiseitezuschaffen. Laut Anklage soll er die entnommenen Banknoten gezählt und an die SS in Berlin weitergeleitet haben.

Ihm sei bewusst gewesen, dass als „nicht arbeitsfähig“ eingestufte Häftlinge ermordet würden, so die Staatsanwaltschaft. So habe er „dem NS-Regime wirtschaftliche Vorteile verschafft und das systematische Tötungsgeschehen unterstützt“.

Gericht erwartet internationales Medienaufgebot

Der Prozess stößt auch international auf großes Interesse. „Akkreditiert haben sich auch die „New York Times“ und die britische BBC, auch Journalisten aus Russland und Ungarn werden dabei sein“, sagte eine Gerichtssprecherin. 23 Plätze seien für ausländische Medienvertreter reserviert worden. Bis zum 29. Juli sind 27 Verhandlungstermine angesetzt. (dpa)