Schwerin (dpa/mv). Nach dem schlechten Abschneiden Deutschlands beim jüngsten Pisa-Test kündigt Bildungsministerin Oldenburg mehr Deutsch- und Mathe-Unterricht in der Grundschule an.

Nach dem erneuten Pisa-Schock sieht sich Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) mit ihren Maßnahmen auf dem richtigen Weg. Zentrale Aufgabe sei die Stärkung der Kernkompetenzen in Deutsch und Mathematik, erklärte sie am Dienstag nach der Bekanntgabe der Ergebnisse der Pisa-Studie 2022, bei der die Schüler in Deutschland so schlecht abgeschnitten haben wie noch nie. Für die Stärkung der Grundschule, wo die Basis für den späteren Bildungserfolg gelegt werde, habe ihr Haus Maßnahmen eingeleitet.

Zum nächsten Schuljahr soll demnach die Stundenzahl in den Fächern Deutsch und Mathematik in der Grundschule erhöht werden. Außerdem soll ein sogenanntes Leseband eingeführt werden. An drei bis fünf Tagen sind demnach in den Grundschulen Lautlese-Trainings vorgesehen - pro Tag 20 Minuten.

In Mecklenburg-Vorpommern haben der Ministerin zufolge fünf Schulen an der Pisa-Studie teilgenommen. Das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien an der Technischen Universität München habe im Nordosten zwei Regionale Schulen, zwei Gymnasien und eine Förderschule zur Teilnahme an der Studie ausgewählt. Eigene Ergebnisse für MV wurden nicht veröffentlicht. Bundesweit nahmen 257 teilnehmenden Schulen mit zusammen 6116 Schülerinnen und Schülern im Alter von 15 Jahren teil.

Die Schülerinnen und Schüler in Deutschland haben in der internationalen Leistungsstudie im Jahr 2022 so schlecht abgeschnitten wie noch nie zuvor. Sowohl im Lesen als auch in Mathematik und Naturwissenschaften handle es sich um die niedrigsten Werte, die für Deutschland jemals im Rahmen von Pisa gemessen wurden, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Berlin mit. Es ist das erste Pisa-Zeugnis seit der Corona-Pandemie.