Schwerin (dpa/mv). Motorische Fähigkeiten müssen trainiert werden: Auch das Radfahren. Die Verkehrswacht beobachtet hier bei Grundschulkindern einen besorgniserregenden Trend.

Grundschulkinder können der Verkehrswacht Mecklenburg-Vorpommern zufolge immer schlechter radfahren. „Der allgemeine Trend ist, dass Kinder weitaus weniger mit dem Fahrrad unterwegs sind als früher“, heißt es von der Landesverkehrswacht in Schwerin. Die Verantwortung dafür liege vor allem bei den Eltern, aber nicht nur.

Dass Kinder immer weniger selbstständig mit dem Fahrrad fahren, liegt aus Sicht der Verkehrswacht auch an der Verkehrspolitik. Die urbanen Räume seien oftmals nicht kinder-, sondern autofreundlich gestaltet. Im Nordosten komme dazu, dass viele Wege - wie zum Beispiel zur Schule - oftmals sehr lang sind, daher falle die Wahl auf das Eltern-Taxi oder den Schulbus.

Dass die häufigste Beförderungsart für Kinder bis zum Ende der Grundschulzeit das Auto ist, ist aus Sicht der Verantwortlichen damit jedoch nicht zu erklären. Insgesamt habe die Zahl der Radwege im Land zugenommen, die Möglichkeit, gefahrloser Rad zu fahren, sei also gestiegen. Trotzdem berichtet die Verkehrswacht von einer Zunahme des Übergewichts und motorischen Defiziten.

Die Verkehrswächter sehen die fehlende Praxis als Hauptursache: „Es gibt Kinder, die erstmals in der 3. Klasse auf einem Fahrrad sitzen“. Verantwortung tragen demnach vor allem die Eltern, die Verkehrswacht könne hierbei nur unterstützen. Die Polizisten appellieren daher an Eltern und Großeltern, das Auto stehen zu lassen und gemeinsam mit den Kindern aufs Rad zu steigen.

Aus Sicht der Verkehrswacht tun sie damit nicht nur etwas für Familie und Gesundheit, sondern agieren mit Blick auf die Sicherheit der Kinder vorausschauend: „Kinder zwischen 10 und 14 Jahren verunglücken im Straßenverkehr am meisten mit dem Fahrrad“. Mit über zwei Dritteln betreffe das vor allem Jungen. Auch insgesamt nimmt die Gefahr für Fußgänger und Radfahrer im Straßenverkehr den Angaben zufolge zu. Und das, obwohl die Gesamtunfallzahlen inklusive des motorisierten Verkehrs sinken.