Haushalt

Bankschulden von Land und Kommunen wuchsen 2021 gering

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Schwerin (dpa/mv). Ungeachtet der coronabedingten Mehrausgaben hat sich die Schuldenlast der öffentlichen Hand in Mecklenburg-Vorpommern bei den Banken im Jahr 2021 insgesamt nur geringfügig erhöht. Wie das Statistische Amt am Montag in Schwerin mitteilte, standen Land, Gemeinden und Sozialversicherungen im Nordosten Ende vorigen Jahres beim nicht-öffentlichen Bereich mit 10,1 Milliarden Euro in der Kreide. Damit lagen die Schulden des öffentlichen Gesamthaushaltes um 30 Millionen Euro oder 0,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Dabei zeigte sich allerdings eine gegenläufige Entwicklung. So wuchsen die Kredite des Landes effektiv um 67 Millionen auf nunmehr 8,5 Milliarden Euro. Die Steigerung fiel mit 0,8 Prozent doppelt so hoch aus wie im Durchschnitt der Bundesländer, den das Statistikamt mit 0,4 Prozent angab. Eine höhere Kreditaufnahme konnte nach Angaben einer Sprecherin durch die Beleihung landeseigener Sondervermögen vermieden werden.

Das Land selbst beziffert seine Schulden für Ende 2021 mit 11,8 Milliarden Euro. Allein im Jahr 2020 hatte der Landtag zur Bewältigung der Corona-Pandemie Kreditermächtigungen im Umfang von 2,85 Milliarden Euro beschlossen, die allerdings erst zum Teil abgerufen wurden.

Entgegen dem Landes- und Bundestrend verringerten die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern ihre Schulden insgesamt um 37 Millionen auf 1,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang um 2,3 Prozent, während bundesweit die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände um 0,6 Prozent zulegten.

Als Grund für die gegenläufige Entwicklung im Nordosten nannte das Statistikamt den deutlichen Rückgang der sogenannten Kassenkredite, mit denen Kommunen vorübergehende Liquiditätsengpässe überbrücken. Diese summierten sich Ende 2021 noch auf 233 Millionen Euro, 68 Millionen weniger als ein Jahr zuvor. Bei den langfristigen Krediten legten allerdings auch die Kommunen zu, obwohl sie von den im Vorjahr überraschend hohen Einnahmen aus der Gewerbesteuer profitierten. Aktuell drohen massive Zusatzlasten durch die hohen Energiekosten, die auch die kommunalen Energieversorger in Schwierigkeiten bringen.

Die Sozialversicherungen unter Landesaufsicht waren nach Angaben des Statistischen Amtes in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin schuldenfrei.