Rostock

Verteilung von Notfällen - Abschaffung historischer Regel

| Lesedauer: 2 Minuten
Ein Rettungswagen auf Einsatzfahrt.

Ein Rettungswagen auf Einsatzfahrt.

Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

Rostock (dpa/mv). Die Hansestadt Rostock wirft angesichts einer wachsenden Belastung eine 50 Jahre alte Regelung bei Rettungseinsätzen über Bord. Künftig würden Rettungswagen nicht mehr regulär an ungeraden Kalendertagen in die Universitätsmedizin (UMR) und an geraden ins Klinikum Südstadt fahren, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Ab 1. Oktober solle stattdessen die fortlaufende Einsatznummer entscheiden: Ungerade Nummern werden demnach der UMR und gerade Nummern dem Südstadtklinikum zugeteilt. So sollen etwa Staus von Rettungswagen vor der Notaufnahme verhindert werden.

Nach der jahrzehntealten Regel gab es bei Notaufnahmen sogenannte heiße Tage, an denen sie regulär angefahren wurden und kalte Tage, an denen sie normalerweise nicht angefahren wurden und weniger Betrieb hatten. Diese Regelung sei damals offenbar mündlich getroffen worden. Unterlagen habe die Stadt dazu nicht finden können. Mit der neuen Regelung soll das Aufkommen gleichmäßiger verteilt werden.

Der Wunsch zur Änderung sei von Rettungsdiensten gekommen. Diese verzeichneten eine steigende Belastung. Nach Angaben der Stadt registrieren die Notaufnahmen seit 2018 eine Zunahme der Patientenzahlen um 15 Prozent. Stadt und beide Häuser gehen auch für die Zukunft von einer Zunahme aus. Das habe etwa mit der Alterung der Bevölkerung, teilweise mit schwerer Erreichbarkeit von Ärzten angesichts deren Auslastung, aber auch steigender Inanspruchnahme des Notrufs und eines Rettungswagens in unkritischen Fällen zu tun. Auch aus dem Landkreis kämen mehr Patienten.

Nach Angaben der UMR werden dort an heißen Tagen etwa 70 bis 80 Patienten von der Notaufnahme stationär aufgenommen - ungefähr die Hälfte der Patienten, die vorstellig werden. Im Südstadtklinikum seien es etwas weniger. Bisher habe diese nicht unerhebliche Anzahl von Betten vor dem nächsten heißen Tag wieder freigemacht werden müssen. Das sei nun nicht mehr notwendig.

In Ausnahmefällen, etwa auf expliziten Wunsch der Patienten, bei Überweisungen des Hausarztes oder wenn bestimmte Fachrichtungen betroffen sind, soll von der Regelung zur Verteilung der Patienten abgewichen werden können. Ebenso können Menschen, die selbst zur Notaufnahme kommen, frei wählen.

Nach Angaben der Stadt sind die Rettungsdienste im Jahr 2021 mehr als 30.000 Einsätze gefahren.