Energie

Landes-Ökozentrum-Betreiber: Schnellere Genehmigungen nötig

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Auf einem Monitor wird die bisher auf dem Gebäude produzierte Menge Solorstrom angezeigt.

Auf einem Monitor wird die bisher auf dem Gebäude produzierte Menge Solorstrom angezeigt.

Foto: Jens Büttner/dpa

2012 wurde in Neustrelitz das Landeszentrum für erneuerbare Energie eröffnet. Die Energiekrise zeige, wie wichtig die Arbeit für den Ausbau der Erneuerbaren Energien ist, hieß es zum Jubiläum.

Neustrelitz (dpa/mv). Die Betreiber des Landeszentrums für erneuerbare Energie (Leea) in Neustrelitz (Mecklenburgische Seenplatte) haben deutlich schnellere Genehmigungsverfahren für den Ausbau von Öko-Energie gefordert. «Wir brauchen so etwas nicht nur bei der Gasversorgung per LNG-Terminals», sagte der Geschäftsführer der Leea GmbH und der Neustrelitzer Stadtwerke, Frank Schmetzke, am Mittwoch mit Blick auf die aktuelle Energiekrise. Die Beschleunigung solcher Genehmigungsverfahren sei lange politisch versäumt worden.

Ohne mehr erneuerbare Energien werde es zukünftig in Deutschland nur eine «hochpreisige Energieversorgung wie über LNG-Gas» geben. Solche LNG-Gasverträge würden nicht nur für ein Jahr abgechlossen, sagte Schmetzke, der zum zehnjährigen Bestehen des Zentrums vor rund 100 Gästen sprach. Die Gas- und Energiekrise zeige, dass die Arbeit des Landes-Öko-Zentrums in Neustrelitz noch wichtiger wird.

Für die Neustrelitzer Stadtwerke, die das Landeszentrum finanziell tragen, hat die Gaskrise derzeit kaum Auswirkungen, sagte der Geschäftsführer. Energieerzeuger für Strom und Wärme in der 21.000-Einwohner-Stadt ist ein Biomasseheizwerk, dass Holzhackschnitzel verarbeitet. Bei Holz steige der Preis zwar auch, aber längst nicht so wie beim Gas, sagte Schmetzke.

Das Landes-Öko-Zentrum wurde 2012 gegründet und hat 13 Mitarbeiter. Seither kamen insgesamt etwa 104.000 Besucher in den futuristischen Neubau an der Bundesstraße 96, der sich weitgehend selbst mit Energie versorgt. Dort werden Informations- und Wissensvermittlung zu erneuerbaren Energien gebündelt, Firmen vernetzt und neueste technologische Entwicklungen präsentiert. Außerdem gibt es Schulungen für Firmen und Tagungen rund um Öko-Energien.

«Wir müssen für die Menschen ein Anschauungsobjekt schaffen, wie Öko-Energie funktionieren kann», würdigte Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) die Arbeit des Leea. Er mahnte an, auch Biogasanlagen stärker in die politische Betrachtung einzubeziehen.

Der Betrieb des Landes-Öko-Zentrums kostet die Stadtwerke nach eigenen Angaben rund 500 000 Euro im Jahr. Auch die Landesenergie- und -klimaschutzagentur MV (Leka) steuert von Neustrelitz aus mehrere Projekte. Der einst 3,4 Millionen Euro teure Neubau steht neben dem Biomasseheizwerk. 2022 kamen bisher rund 9000 Besucher. Am Mittwoch wurde auch eine neue Ausstellung zum ökologischen Bauen eröffnet.