Schule

Einschulung für knapp 15.000 Erstklässler

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Medizinische Masken und Schultaschen hängen in einer Schulgarderobe.

Medizinische Masken und Schultaschen hängen in einer Schulgarderobe.

Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Nach vielen sonnenreichen Wochen neigen sich in Mecklenburg-Vorpommern die Ferien dem Ende entgegen. Als erstes öffnen sich die Türen der Schulen schon vor dem scharfen Schulstart für die Erstklässler.

Schwerin (dpa/mv). Bei den traditionellen Einschulungsfeiern schließen am Samstag in Mecklenburg-Vorpommern etwa 14 800 Mädchen und Jungen erste Bekanntschaften mit ihren Schulen und Lehrern. Ausgestattet mit Schultüte und Ranzen nehmen sie erstmals in ihren Klassenzimmern Platz. Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) wünschte den Erstklässlern in einer am Freitag verbreiteten Mitteilung einen guten Start und viel Freude beim Lernen.

«Der erste Schultag ist ein ganz besonderer Tag für alle Kinder, Eltern und Großeltern. Zum ersten Mal gehen die Mädchen und Jungen mit Schulranzen und Schultüte in die Schule. Darauf haben sie sich schon lange gefreut und sie sind stolz, endlich Schulkinder zu sein», sagte Oldenburg, die am Samstag in Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) an Einschulungsfeiern teilnehmen will.

Von den knapp 15.000 Erstklässlern werden laut Bildungsministerium etwa 1800 ihre Schullaufbahn an einer Schule in freier Trägerschaft beginnen. Damit verstärkt sich der Trend, dass im Nordosten Eltern immer häufiger ihre Sprösslinge nicht auf öffentliche, sondern auf private Schulen schicken. Im Schuljahr 2020/21 waren es laut Statistikamt 1082, zum Schulstart 2003 rund 330.

Eine vorgezogenen Feier gab es bereits am Freitag in Rostock. Vor dem Ostseestadion, Spielstädte des Fußball-Zweitligisten Hansa Rostock, verteilten Mitarbeiter des Vereins und der Krankenkasse IKK etwa 3000 kleine Schultüten an Kinder. Darin unter anderem: Bleistift, Malblock, Schlüsselband und Traubenzucker. Der jüngste Hansa-Fannachwuchs konnte sich auch im Torwandschießen üben.

Innenminister Christian Pegel (SPD) appellierte an die Kraftfahrer, zum Schulstart besonders aufmerksam zu sein und rücksichtsvoll zu fahren. «Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer und sie sind vom Vorbild und der Anleitung der Erwachsenen abhängig. Je jünger sie sind, desto schwieriger fällt es ihnen, in der komplexen Verkehrswelt zurechtzukommen», sagte Pegel. Er kündigte für die kommenden Wochen verstärkte Maßnahmen zur Verkehrsüberwachung im Umfeld von Schulen an. Neben der Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit werde auch das richtige Angurten der Kinder im Auto kontrolliert.

Laut Pegel verunglückten im Jahr 2021 auf Mecklenburg-Vorpommerns Straßen 541 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren. Auf dem Weg zur Schule oder von dort nach Hause ereigneten sich 65 Verkehrsunfälle und damit 19 mehr als im Jahr davor.

Nach dem letzten Ferienwochenende beginnt am Montag in Mecklenburg-Vorpommern für rund 195.400 Schülerinnen und Schüler wieder die Schule. Nach Angaben Oldenburgs kann der Unterricht weitgehend ohne Beschränkungen starten. Das bisherige Drei-Phasen-Modell, nach dem bei einem besonders schweren Corona-Ausbruch an einer Schule dort auch wieder zum Fernunterricht gewechselt würde, bleibe auch im neuen Schuljahr gültig.

Eine besondere Herausforderung wartet auf Schulen, in denen viele Kinder und Jugendliche aus der Ukraine unterrichtet werden. Oldenburg zufolge soll es an ausgewählten Schulstandorten für diese Schüler Vorklassen geben, in denen vor allem Deutsch gelehrt wird. Zum Ende des vorigen Schuljahres waren laut Ministerium an den Schulen des Landes knapp 3000 ukrainische Schülerinnen und Schüler registriert.

Im Gespräch mit dem NDR räumte Oldenburg ein, dass die Besetzung der Lehrerstellen nach wie vor Probleme bereite. Einstellungsverfahren dauerten mitunter ein halbes Jahr. «Das ist einfach viel zu lange. Da müssen wir zügiger werden», sagte die Linken-Politikerin. Zudem beklagte sie, dass zu wenige Lehrer-Studenten den Weg bis vor die Klassen durchhielten: «In der Lehramtsausbildung brechen viel zu viele Studierende ab», konstatierte die Ministerin. Doch sei es dem Land gelungen, so viele Lehrer neu einzustellen wie seit 2015 nicht mehr, so dass sie dem Schulstart mit Zuversicht entgegensehe.