Ludwigslust-Parchim

Kritik an geplanter Wald-Abholzung für Gewerbepark

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Nadelbäume stehen in einem Waldgebiet.

Nadelbäume stehen in einem Waldgebiet.

Foto: Jens Büttner/dpa/Archivbild

Die geplante Abholzung von 130 Hektar Wald für den Gewerbepark «Eldetal» in Grabow erhitzt die Gemüter. Die Grünen im Landtag werfen der Landesregierung von Manuela Schwesig (SPD) Greenwashing vor.

Schwerin/Grabow (dpa/mv). Kritik an den Plänen zur Abholzung von bis zu 130 Hektar Wald für einen Gewerbepark an der A14 in Grabow (Landkreis Ludwigslust-Parchim) kommt jetzt auch aus dem Landtag. Die Grünen-Abgeordnete Jutta Wegner warf der rot-roten Landesregierung Greenwashing vor, wenn sie das geplante Gewerbegebiet «Eldetal» als «Grünes Gewerbegebiet» mit Millionenbeträgen fördere. Wirtschaftliche Interessen würden dort über Klima-, Natur- und Umweltschutz gestellt, kritisierte die Politikerin. Die vorgesehenen kleineren Ausgleichspflanzungen an verschiedenen Orten könnten niemals die Öko-Leistungen des zusammenhängenden Waldgebietes ausgleichen, das abgeholzt werden soll.

Die Umweltorganisation BUND hat bereits Widerspruch gegen die Genehmigung der Abholzung durch die Landesforstanstalt von zunächst 40 Hektar eingelegt. Nach einem Beschluss der Stadt Grabow soll das Gewerbegebiet später noch um 90 Hektar erweitert werden. Die gesamte Fläche ist bislang Wald.

Die Wirtschaftspolitikerin Wegner bezweifelt, dass der Gewerbepark «Eldetal» überhaupt benötigt wird. Im 45 Kilometer entfernten Schwerin seien im ebenfalls öffentlich geförderten Industriepark «Göhrener Tannen» noch 200 Hektar bereits erschlossene Flächen frei, sagte sie. Das Projekt in Grabow könne die Chancen schmälern, die Flächen in Schwerin noch mit Unternehmen zu belegen. Für den Industriepark in Schwerin ist geplant, einen Autobahnzubringer zur A14 zu bauen, um die Nachfrage nach den dort angebotenen Gewerbeflächen zu verbessern.

Auch der BUND sieht keine Notwendigkeit für den Gewerbepark in Grabow. Die Umweltverträglichkeitsprüfung habe andere Standorte als geeigneter benannt, erklärte BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag. Nach dem Landeswaldgesetz dürfe Wald nur gerodet werden, wenn Vorhaben nicht auf anderen Flächen verwirklich werden könnten.

Grabows Bürgermeisterin Kathleen Bartels (SPD) sagte laut einem Bericht der «Schweriner Volkszeitung (Samstag), die Stadt habe bereits vor drei Jahren angefangen, Flächen aufzuforsten. Gut 20 Hektar sind es demnach bisher. Dabei würden hochwertige Bäume wie Eichen und Erlen gepflanzt. Diese Waldflächen hätten eine andere Qualität als der jetzige Wald an der A14, der eine Monokultur sei. Der Wald besteht aus Kiefern.