Schiffbau

Lage bei MV-Werften aus Sicht der Gewerkschaft unverändert

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dpa
Der Schriftzug "MV Werften" am Bockkran der Werft in Warnemünde.

Der Schriftzug "MV Werften" am Bockkran der Werft in Warnemünde.

Foto: dpa

Beim MV-Werften-Eigner Genting Hongkong haben jetzt Insolvenzverwalter das Sagen. Die IG Metall glaubt aber nicht, dass nun rasche Entscheidungen fallen. Sie hofft weiter, dass es einen Abnehmer für das fast fertige Kreuzfahrtschiff gibt.

Hongkong/Hamilton/Wismar. Die Einsetzung von Insolvenzverwaltern bei der MV-Werften-Mutter Genting Honkong ändert aus Sicht der IG Metall kurzfristig nichts an der Situation für die Beschäftigten in Deutschland. Die Hoffnung sei, dass nach der Restrukturierung von Genting mit dem Tochterunternehmen Dream Cruises ein potenzieller Abnehmer für das aktuell zu 75 Prozent fertig gestellte Kreuzfahrtschiff "Global Dream" erhalten bleibe, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft am Freitag. Die Reederei ist der ursprüngliche Besteller des im Bau befindlichen Kreuzfahrtriesen, sie selbst hat im Gegensatz zum Mutterkonzern keine Insolvenz angemeldet.

Zuvor hatte Genting nach einer Gerichtsanhörung in Bermuda mitgeteilt, dass mit Edward Simon Middleton, Wing Sze Tiffany Wong und Edward Alexander Niles Whittaker drei Insolvenzverwalter eingesetzt worden seien. Deren Aufgabe sei es, einen Vorschlag für eine Restrukturierung des Unternehmens auszuarbeiten.

Den Angaben zufolge soll eine Vereinbarung mit den Geldgebern angestrebt werden, die es Genting erlaubt zu überleben. Den Insolvenzverwaltern werden hierbei weitreichende Befugnisse eingeräumt. Hierzu gehört auch das Recht, einen Verkauf von Unternehmensteilen oder Anlagen im Sinne der Gläubiger einzuleiten. Aktuell werden demnach Gespräche mit der Geschäftsführung geführt, um die Finanzsituation des Unternehmens zu analysieren. Der Handel mit Aktien des Unternehmens an der Börse Hongkong bleibt der Mitteilung zufolge ausgesetzt.

Der vorläufige Insolvenzverwalter der MV-Werften, Christoph Morgen, sagte bereits am Mittwoch: "Der Gang von Genting ins Gläubigerschutzverfahren ist erst mal ein Rückschlag auch für die MV Werften, da die zu Genting gehörenden Dream Cruises der Kunde für die Global One ist." Es sei jedoch nicht ausgeschlossen, dass das Sanierungsverfahren Erfolg habe und Dream Cruises als Kunde erhalten bleibe. Zudem sprach Morgen bereits von mehreren ernsthaften Interessenten, die sich bei ihm gemeldet hätten.

Die "Global One", auch "Global Dream" genannt, gilt mit Platz für fast 10.000 Passagiere als das weltweit größte Kreuzfahrtschiff. Es wurde speziell für die Bedürfnisse von Genting Hongkong und dessen asiatischen Markt konzipiert. Bislang hatte es geheißen, es werde schwierig sein, einen anderen Käufer für das Schiff zu finden.

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( dpa )