Kriminalität

Mutmaßliche Drogenbande mit "Encrochat-Handys" aufgeflogen

dpa
Handschellen sind an einem Gürtel eines Justizvollzugsbeamten befestigt.

Handschellen sind an einem Gürtel eines Justizvollzugsbeamten befestigt.

Foto: dpa

Rostock/Hamburg. Polizei und Staatsanwaltschaft in Rostock ist ein Schlag gegen den bandenmäßigen Drogenhandel gelungen. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch sagte, wurde eine fünfköpfige Gruppe ausgehoben, die über Monate hinweg mit größeren Mengen Marihuana und Kokain gehandelt haben soll. Bei Durchsuchungen Anfang Januar seien bei fünf Beschuldigten aus Rostock, dem Landkreis Rostock und Hamburg zahlreiche Beweismittel sichergestellt worden. Gegen drei der Beschuldigten - zwei 34 und 49 Jahre alte Rostocker und einen 21-jährigen Hamburger - wurden zudem Haftbefehle erlassen.

Die Aktion hängt mit Ermittlungen im Rahmen des entschlüsselten Netzwerkes "Encrochat" zusammen, wie der Sprecher erläuterte. Die Verhafteten und Beschuldigten hätten mit sogenannten Kryptohandys, die lange als abhörsicher galten, untereinander Kontakt gehalten. Das Netzwerk hatten Franzosen entschlüsselt und die Daten den deutschen Behörden zur Verfügung gestellt, wonach es bundesweit viele Verhaftungen und auch Prozesse gab.

Bei den Rostockern wurde unter anderem auch Vermögen im Wert von etwa 600.000 Euro gesichert. Die gehandelten Drogen, darunter etwa 320 Kilogramm Marihuana, hätten einen Verkaufswert von etwa 3,3 Millionen Euro gehabt.

In einem ähnlichen Verfahren müssen sich derzeit vier Angeklagte einer mutmaßlichen Bande am Landgericht Neubrandenburg verantworten. Das Landgericht Rostock hat laut Staatsanwaltschaft im Jahr 2021 erstmals fünf andere "Encrochat"-Drogenhändler aus Rostock, mit Verbindungen nach Berlin und Hamburg, wegen bandenmäßigen Handeltreibens zu Haftstrafen zwischen dreieinhalb und fünf Jahren verurteilt. Diese Strafen sind rechtskräftig.

© dpa-infocom, dpa:220119-99-771385/3

( dpa )