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Von Nord Stream finanzierte Klimastiftung nimmt Arbeit auf

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dpa
Ein Mitarbeiter mit einer Sicherheitsjacke von Nord Stream 2 steht vor der Molchstation.

Ein Mitarbeiter mit einer Sicherheitsjacke von Nord Stream 2 steht vor der Molchstation.

Foto: dpa

Die ersten Millionen sind vom Erdgas-Transporteur Nord Stream an die Stiftung Klima und Umweltschutz MV geflossen. Stiftungschef Sellering stellt mögliche Projekte vor - und wirbt für niedrige Gaspreise.

Schwerin. Die vom Gaspipeline-Projekt Nord Stream finanzierte Klimastiftung hat ihre Arbeit aufgenommen. Zur Förderung von Klimaschutz-Vorhaben werde die Stiftung Klima und Umweltschutz MV jährlich mindestens eine Million Euro zur Verfügung haben, wenn es bei dem Beitrag nur von Nord Stream bleiben sollte, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Ex-Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), am Mittwoch in Schwerin. "Im Moment haben wir die Zusage von Nord Stream von zweimal zehn Millionen Euro zum Start." Die ersten zehn Millionen seien da, über die zweiten werde gerade gesprochen. "Und dann 20 Jahre lang jeweils zwei Millionen pro Jahr", sagte Sellering weiter. Man bemühe sich außerdem noch um weitere Geldgeber.

Neben der Finanzierung von Klimaschutz-Projekten ist die zweite Aufgabe der Stiftung, die Fertigstellung der Gaspipeline Nord Stream 2 zu unterstützen - weshalb sie umstritten ist. Dazu sei ein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb gegründet worden, erläuterte eine Sprecherin. Dieser stehe bereit, kleine und mittlere Unternehmen vor allem im Land zu unterstützen, die an der Pipeline trotz der Sanktionsdrohungen der USA weiter mitbauen wollten. Er halte das Vorgehen der US-Regierung für rechtswidrig, sagte Sellering.

Der Stiftungsvorsitzende ließ offen, wie genau diese Unterstützung erfolgen soll. Die Sprecherin erklärte: "Es liegt in der Natur der Sache, dass wir dabei nicht öffentlich machen, wie wir Hilfe leisten und was wir dazu weiter vorhaben." Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb trage sich jedoch selbst, es gebe keinerlei finanzielle Verflechtungen zwischen der Stiftung und ihrem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. "Nichts von dem, was wir an Zustiftung bekommen, fließt jetzt oder in Zukunft an den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb", versicherte die Sprecherin.

Sellering betonte, die Stiftung werde künftig unter anderem die Bürgerbeteiligung für den Klimaschutz unterstützen. Bei Konflikten etwa um Windparkprojekte wolle man unparteiisch zur Konfliktlösung beitragen. Wichtig sei auch die Umweltbildung in Kitas und Schulen. Außerdem könnten kleinere innovative Projekte unterstützt werden, rund 30 Projektskizzen seien dafür schon eingegangen.

Sellering sagte, auch Nord Stream 2 sei Klimaschutz, weil das Erdgas noch auf Jahre als Brückentechnologie gebraucht werde. Es gehöre zu einem verantwortlichem Klimaschutz, "dafür zu sorgen, dass Gas als die klimafreundlichste Brückentechnologie so preiswert zur Verfügung steht, dass die Energiewende bezahlbar bleibt". Das sei die Voraussetzung für die Akzeptanz in der Bevölkerung. "Ohne das wird die Energiewende nicht gelingen", meinte Sellering.

© dpa-infocom, dpa:210504-99-466251/4

( dpa )