Einreiseverbot

Corona: Hamburger der Insel Rügen verwiesen

| Lesedauer: 3 Minuten
Die Insel Rügen zieht viele Kitesurfer an – auch in Zeiten von Corona und Einreiseverbot.

Die Insel Rügen zieht viele Kitesurfer an – auch in Zeiten von Corona und Einreiseverbot.

Foto: Jens Büttne/dpa

Polizei erwischt Urlauber am Strand, sie waren zum Kitesurfen gekommen – trotz Einreiseverbots. Es drohen empfindliche Strafen.

Rügen. Die Ostseeinsel Rügen gilt bei Kitesurfern als beliebtes Reiseziel. Über die Grenzen Deutschlands hinaus ist Rügen mittlerweile für die meterhohen Wellen mit Blick auf die majestätischen Kreidefelsen und die weitläufigen Strände bekannt. Doch in Corona-Zeiten ist bereits an der Grenze zum nächsten Bundesland Schluss mit dem Reisen. Das hatten wohl einige Urlauber zuletzt vergessen. Die Polizei ertappte gleich mehrere illegale Touristen – darunter auch Hamburger.

Wie die Polizei Stralsund nun mitteilte, hielten sich demnach am Wochenende einige Kiter auf der Insel auf. Am Sonntagmittag kontrollierten Beamten zwei Männer am Strand von Kreptitz bei Wiek. Der 31-Jährige und der 37-Jährige waren aus Hamburg angereist. Sie gaben laut Polizei an, nichts vom bestehenden Einreiseverbot gewusst zu haben.

Franzosen mit Hamburger Kennzeichen ertappt

In der Nacht zum Sonntag fiel Polizisten im Hafen von Damitz bei Prohn einen Ford mit Hamburger Kennzeichen auf. Im Fahrzeug schliefen eine 20-Jährige und ein 21-Jähriger. Beide Personen haben laut Polizei die französische Staatsbürgerschaft, studieren allerdings in Brandenburg. Sie hielten sich ebenfalls zu touristischen Zwecken in Mecklenburg-Vorpommern auf und gaben an, auch nichts vom Einreiseverbot gewusst zu haben.

Ebenfalls am Sonntag wurden Beamte in der Ortschaft Suhrendorf (Rügeninsel Ummanz) auf einen Mercedes-Benz aufmerksam. Er stand in den späten Abendstunden mit einem Pirnaer Kennzeichen auf einem Parkplatz neben der Straße. Im Fahrzeug befand sich ein 33-Jähriger aus Sachsen, der sich zum Kitesurfen auf der Insel Rügen aufhielt.

Corona-Bußgeld von bis zu 25.000 Euro

Ebenfalls aufgrund des Kennzeichens machten sich die Besitzer eines Wohnmobils verdächtig. Sie hatten ihren Wagen, zugelassen in Bautzen, am Sonntagmittag auf einem Parkplatz an der Landesstraße 29 zwischen den Ortschaften Prora und Mukran abgestellt. Die 47-jährige Fahrerin stammte aus dem südlichen Brandenburg und war eingereist, um in Mecklenburg-Vorpommern Urlaub zu machen.

Sie alle wurden laut Polizei unverzüglich der Insel und des Bundeslandes verwiesen. Ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstoßes gegen die Corona-Landesverordnung wurde eingeleitet. Es drohen empfindliche Strafen. Der neue Bußgeldkatalog für Verstoße gegen Verbote zur Eindämmung des Coronavirus sieht Strafen in Höhe von 150 Euro bis 2000 Euro vor. Wer mehrfach erwischt wird, der muss sogar im schlimmsten Fall bis zu 25.000 Euro zahlen. Allerdings gilt das für Gewerbetreibende, die trotz Verbots beispielsweise Zimmer vermieten.

Ordnungsamt: Inselbesucher werden nicht gezielt kontrolliert

Was genau auf die Hamburger zukommt, konnte Olaf Manzke als Sprecher des zuständigen Landkreises Vorpommern-Rügen noch nicht sagen. Laut Manzke sind seit März rund 1200 Corona-Bußgeldverfahren in seinem Landkreis eingeleitet worden. Der aktuelle Fall sei bislang nicht auf dem Tisch der übergeordneten Behörde gelandet, die die Bußgeldbescheide verschickt.

Im Unterschied zu Schleswig-Holstein, als in der sehr angespannten Anfangslage Autos mit Hamburger Kennzeichen gezielt kontrolliert und Fahrer an der Grenze des Landes verwiesen wurden, sind im Landkreis Vorpommern-Rügen keine solchen Aktionen geplant. Inselbesucher würden nicht gezielt auf ihre Herkunft befragt. Laut Polizei kontrollierten die Beamten auch nur im Rahmen der normalen Streife Fahrer von Fahrzeugen mit auffälligem Kennzeichen. Allerdings sind landesweit Aktionstage gegen Coronaverstöße geplant.

( dpa/krk )