Dummerstorf. Die Haltungsbedingungen von Nutztieren sind in den vergangenen Jahren mehr in den Blickpunkt gerückt. Das Tierwohl wird den Verbrauchern wichtiger. Das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie in Dummerstorf will dafür wissenschaftliche Grundlagen liefern.

Beim Leibniz-Institut für Nutztierbiologie in Dummerstorf bei Rostock ist ein Erweiterungsbau eröffnet worden, in dem die ökologischen Aspekte der Schweinehaltung in den Mittelpunkt gerückt werden sollen. Weitere Schwerpunkte liegen in der Erforschung alter und vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen sowie in der Entwicklung intelligenter Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft, wie Institutschef Klaus Wimmers am Montag bei der Eröffnung sagte. Bundes- und Landesagrarministerium investierten zusammen rund 1,8 Millionen Euro.

Wie der Leiter der Tierexperimentellen Anlagen am FBN, Klaus-Dieter Witt, sagte, sei der Vergleich unterschiedlicher Rassen bei unterschiedlichen Haltungsbedingungen zentrales Anliegen der künftigen Forschung. Dafür biete der hoch technisierte Stall Platz für insgesamt 284 Tiere mit Auslaufzonen außerhalb des Gebäudes für alle Altersstufen, vom Saugferkel bis zum Mastschwein. Dazu gehörten auch jeweils acht Besamungsstände und Abferkelbuchten.

Gleichzeitig gebe es einen Testraum für Verhaltensbeobachtungen - Witt nannte ihn "Verhaltensarena". Dort könnten dann beispielsweise die Lautäußerungen der Tiere oder Reaktionen auf eine veränderte Umwelt erforscht werden. Bei jedem Tier könne die Futteraufnahme bis in kleinste Detail gemessen werden. Auch die Messung von Blut- oder Hormonwerten werde zum regelmäßigen Programm gehören.

Alle Messungen und Beobachtungen könnten dann bei parallel laufenden Versuchen mit denen aus der konventionellen Haltung aus den Bestandsanlagen verglichen werden. Den Tieren im Neubau, dabei handele es sich zunächst um die deutsche Landrasse und das Angler Sattelschwein, stünde wesentlich mehr Platz zur Verfügung. Dies sei ein wesentlicher Aspekt der ökologischen Tierhaltung. Sie lebten auf Betonboden mit einer dicken Heuauflage, dort könnten sie dann wühlen. "Es gibt keinen Spaltenboden", sagte Witt. Mit Ergebnissen, die Bauern bei der Haltung von Schweinen unterstützen könnten, sei frühestens in fünf oder sechs Jahren zu rechnen.