Prozesse

Knapp fünf Jahre für sexuellen Missbrauch eigener Tochter

Ein Richterhammer aus Holz liegt auf der Richterbank.

Ein Richterhammer aus Holz liegt auf der Richterbank.

Foto: dpa

Ein Vater missbraucht seine Tochter. Die Familie bricht auseinander. Das Kind ist seit Monaten in Behandlung, weil es sich zu Unrecht für das Auseinanderfallen der Familie schuldig fühlt. Jetzt ist der Vater verurteilt worden.

Schwerin. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs der eigenen Tochter hat das Landgericht Schwerin einen Mann aus Lübz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) zu vier Jahren und elf Monaten Gefängnis verurteilt. Der 44 Jahre alte Angeklagte hatte gestanden, sich 2019 über mehrere Monate hinweg in acht Fällen an seiner Tochter vergangenen zu haben.

Das Mädchen war zu Beginn der Übergriffe zwölf Jahre alt. Es hatte sich im vergangenen September einer Schulsozialarbeiterin anvertraut. Mit dem Strafmaß folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte eine Strafe von maximal fünf Jahren beantragt. Er kündigte an, auf Rechtsmittel gegen das Urteil zu verzichten.

Die Übergriffe fanden meist statt, wenn die übrigen Familienangehörigen nicht zu Hause waren. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft waren die angeklagten Fälle vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Das Mädchen hatte während der Ermittlungen von deutlich mehr Vorfällen berichtet, zu denen es allerdings keine Details nennen konnte.

Der Vater hatte die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zu Beginn des Prozesses gestanden. Dadurch blieb es der Tochter erspart, vor Gericht als Zeugin vernommen zu werden. Zudem will der Vater 20 000 Euro Schmerzensgeld an das Mädchen zahlen. Die psychischen Folgen des Missbrauchs sind für das Kind gravierend. Es wird seit Monaten stationär behandelt, da es sich unter anderem zu Unrecht für das Auseinanderfallen der Familie verantwortlich fühlt, wie es im Bericht eines Arztes hieß, der während des Prozesses verlesen wurde.