Schwerin

Tagung: Gibt es bald eine Obergrenze für Wölfe?

Wölfe stehen in Deutschland unter Naturschutz

Wölfe stehen in Deutschland unter Naturschutz

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Allein in Niedersachsen wurden im vergangenen Jahr 80 Nutztiere von Wölfen getötet. Oberste Priorität hat der Schutz der Bevölkerung.

Schwerin.  Mecklenburg-Vorpommerns Land- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat sich für eine ergebnisoffene Diskussion über Obergrenzen für freilebende Wölfe in Deutschland ausgesprochen. Er begründete dies am Freitag auf einer Wolfstagung in Schwerin damit, dass der Schutz der Bevölkerung oberste Priorität habe.

Zunächst müsse der Bund klar definieren, ab wann ein „günstiger Erhaltungszustand“ dieser streng geschützten Tierart vorliege, sagte der Minister. Ferner müsse der länderübergreifende Austausch zum Umgang mit Wölfen intensiviert und im Wolfsmanagement deutschlandweit einheitlich agiert werden.

Mecklenburg-Vorpommern ist Wolfsgebiet

Angesichts der absehbar dynamischen Entwicklung der Wolfsvorkommen in Mecklenburg-Vorpommern erklärte Backhaus das ganze Land offiziell zum Wolfsgebiet, mit Ausnahme von Rügen, Usedom, Poel und weiterer Ostseeinseln. Dies ermöglicht laut Ministerium die staatliche Förderung von Präventionsmaßnahmen sowie Entschädigungszahlungen.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden nach Angaben des Ministeriums im vergangenen Jahr 13 Übergriffe von Wölfen registriert, bei denen 34 Nutztiere getötet und weitere 16 verletzt wurden. In diesem Jahr gab es bislang sechs entsprechende Fälle. Gegenwärtig leben im Nordosten zwei Rudel in der Lübtheener Heide und in der Ueckermünder Heide. Außerdem gibt es einen Einzelwolf in der Grenzregion zu Brandenburg. Hinzu kommen Einzelsichtungen von wandernden Wölfen.

Niedersachsen: Zahl der gerissenen Tieren verdoppelt

In Niedersachsen hat sich von 2014 auf 2015 die Zahl der von Wölfen getöteten Nutztiere mehr als verdoppelt. 2014 waren es 80 Tiere, im vergangenen Jahr 167. Dies berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ unter Berufung auf eine Statistik des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). In diesem Jahr zählte man bislang 43 durch Wölfe verursachte Todesfälle, jedoch sind noch nicht alle Risse ausgewertet.

DerLandesbetrien begründet die starke Zunahme mit der wachsenden Anzahl der Wölfe im Land. „Insbesondere, wenn Wölfe sich weiter in Gebiete ausbreiten, in denen der Herdenschutz noch nicht flächendeckend verbreitet ist, ist dort in der Regel mit einem Anstieg der Risszahlen zu rechnen.“ Mittlerweile leben laut Behörde 50 bis 70 Wölfe in Niedersachsen.