30 Jahre - die Jubiläumsjagd der Einemhofer Reiter

Meute lauert auf den imaginären Fuchs

34 Reiter und Pferde sowie 60 irische Foxhounds jagen über 20 Hindernisse der Fährte aus Pansenlauge hinterher.

Radbruch/Vierhöfen. Die Hoffnungen auf einen schönen, sonnigen Herbsttag schien Petrus erhört zu haben. Die Fuchsjagd, zu der die Einemhofer Reiter eingeladen hatten, bot mit azurblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein ein imposantes Bild. Abgerundet wurde diese Impression durch die prächtigen Pferde und ihre formvollendet gekleideten Reiter. Die roten Reiter wiesen die erfahrenen Jagdteilnehmer aus, denn um in dieser Farbe zu starten, muss der Reiter an mindestens zehn Jagden teilgenommen haben. Die Fuchsjagd erfreute sich in den europäischen Fürstenhäusern im 17. und 18. Jahrhundert großer Beliebtheit. Die Hetzjagd auf lebendes Wild ist aber schon seit 1934 in Deutschland verboten. Eine Pansenlauge wird genutzt, um die Fährte (Schleppe) für die Hunde zu legen.

Rund 180 Mitglieder haben die Einemhofer Reiter, die 1979 gegründet wurden. Sie feiern in diesem Jahr also ihr 30-jähriges Bestehen. "Die Jagden gab es aber schon vor der Vereinsgründung", erklärt Gründungsmitglied Peter Dahl. Haftungsforderungen beim Ritt über privaten Grund machten seinerzeit eine Vereinsgründung unumgänglich, so Dahl.

Bereits zum fünften Mal war jetzt die Warendorfer Hundemeute dabei. 60 irische Foxhounds warteten voller Energie auf ihren Einsatz. Die Hunde fest im Blick hatte Master Reinhold Markfort, der von der Equipage Christa Tybussek, Wolfgang Foltas und Andreas Glahe unterstützt wurde. Die Schleppe legte Manfred Kaesberg, der vom ortskundigen Reiter Olaf Findorff auf seinem Pferd Spencer begleitet wurde. Die Jagdhornbläsergruppen Einemhof, Bütlingen und Winsen gaben die Signale zum Abritt, als sich die Reiterschar mit 34 Teilnehmern über das Stoppelfeld in Bewegung setzte. Geritten wurde in zwei Feldern, wobei im ersten Feld, geführt von Andreas Gensch, jedes der 20 Hindernisse gesprungen werden sollte. Im zweiten Feld, Führer war hier Uli Henke, konnten die Hindernisse umritten werden.

"Die Plätze im Feld müssen eingehalten werden, denn sonst muss man einen Schnaps ausgeben", erklärte eine der Organisatorinnen schmunzelnd. Dieses dürfte spätestens beim abendlichen Reiterball in Mechtersen der Fall gewesen sein. Zunächst ging es aber für zweieinhalb Stunden auf die rund 14 Kilometer lange Strecke durch den Forst. In Vierhöfen bot sich eine kleine Rast für Pferd und Reiter. Begleitet wurde die Jagdgesellschaft von rund 60 Zuschauern, die auf vier Traktorenanhängern den prächtigen Anblick genossen. Mit dem "Halali" der Jagdhornbläser endete die Jagd. Jeder Reiter erhielt der Tradition verpflichtet für seine Teilnahme den Bruch, ein Sträußchen aus Eichenlaub und Heide.