Stadtentwicklung

Warum ein Hundeladen der erste Lüneburger Pop-up-Store ist

| Lesedauer: 5 Minuten
Lena Thiele
Petra Jacob und Joachim Herfort eröffnen am 1. November ihren "Lüneburger Hundeladen". Mit ihrem Konzept gewannen sie den Pop-up-Store-Wettbewerb der Stadt Lüneburg.

Petra Jacob und Joachim Herfort eröffnen am 1. November ihren "Lüneburger Hundeladen". Mit ihrem Konzept gewannen sie den Pop-up-Store-Wettbewerb der Stadt Lüneburg.

Foto: Lena Thiele

Gründerteam überzeugt bei Wettbewerb mit Kombination aus Geschäft und Service. Stadt zahlt für ein Jahr die Miete

Lüneburg.  Ein Hundeladen mit regionalen und nachhaltigen Produkt eröffnet in Kürze in der Lüneburger Innenstadt. Mit ihrem Konzept überzeugte das Gründerduo Petra Jacob und Joachim Herfort beim Ideenwettbewerb der Stadt und erhielt den Zuschlag für den ersten geförderte Pop-up-Store in Lüneburg.

„Wir möchten Lüneburg zu einem Ort machen, an dem mehr an den besten Freund des Menschen gedacht wird“, sagt Petra Jacob, deren Labradorhündin Cookie als Produkttesterin im Einsatz war. Die Gründerin betreibt bereits einen Concept Store in der Nähe und wurde dort häufig auf Hundeartikel angesprochen. So kam ihr die Idee für den neuen Laden, der „Fräulein Paulas Hund“ heißen wird.

Produkte im Lüneburger Hundeladen kommen aus der Region

Dort sollen nicht nur Hundebetten, Halsbänder, Leinen und Leckerli von Herstellern aus der Region verkauft werden. Das Konzept geht über den reinen Verkauf weit hinaus.

„Wir wollen einen modernen Laden mit Netzwerk aufbauen“, sagt die Gründerin. Geplant ist eine Serviceplattform, über die Menschen in Lüneburg – sowohl digital als auch persönlich im Geschäft – in Kontakt kommen können. „Wir wollen ältere Menschen, die wenig mobil sind, mit jüngeren zusammenbringen, die keinen eigenen Hund haben.“ Auch einen Gassigeh-Service wollen sie vermitteln. Zudem wollen sie ein Lastenrad mit Rampe an Hundefans aus der Stadt und Gäste vermieten.

Gründer wollen mit Hotels zusammenarbeiten und Lastenrad mit Rampe vermieten

Denn mit ihrem Angebot haben die beiden sowohl Einheimische als auch Urlauber im Blick. So planen sie, Hotels mit Hundebetten auszustatten und Willkommenspakete mit Hundeartikeln zu schnüren, die Touristen bei der Buchung mitbestellen können. Zudem plant das Duo Kooperationen mit regionalen Herstellern von Hundeartikeln, um das Angebot im Laden von dem in großen Tierbedarfsgeschäften und Supermärkten abzuheben. Das Rad soll auch eingesetzt werden, um Menschen, die nicht mobil ist, Hundefutter nach Hause zu liefern.

„So ein Laden fehlte bisher in Lüneburg“, sagt Jacob. Deshalb entschloss sie sich gemeinsam mit ihrem Partner, der bei Planung und Umsetzung für die Zahlen zuständig ist, ihre Idee ganz auf die Ladenräume Am Berge auszurichten und das Konzept einzureichen.

Stadt zahlt Miete für 175-Quadratmeter-Fläche in der Innenstadt

Bei dem Wettbewerb wurden Geschäftsideen gesucht, die die City beleben und dem drohenden Leerstand entgegenwirken. Für ein Jahr zahlt die Stadt die Miete für die Ladenräume mit einer Fläche von 175 Quadratmetern in der Straße Am Berge. Zudem gibt es für die Gewinner einen Investitionszuschuss in Höhe von 2500 Euro. „Mit der Förderung wollen wir ein bisschen Mut machen und den Gründern eine Anschubfinanzierung geben“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Mädge bei der Übergabe des Mietgutscheins am Freitag.

Bereits vor der Corona-Pandemie sei klar gewesen, dass die Innenstädte sich veränderten und die Menschen zunehmend im Internet einkauften, so Mädge. „Das hat durch die Pandemie noch einmal Dynamik erhalten. Deshalb mussten wir jetzt viel schneller sein als zuvor gedacht.“ Der Wettbewerb ist eines von verschiedenen Projekten, die bundesweit ausprobiert werden, um den regionalen Einzelhandel zu stärken.

31 Gründerteams hatten sich mit Konzepten beworben

31 Bewerbungen waren nach dem Aufruf bei der Stadt eingegangen, sechs Teams kamen in die engere Auswahl und stellten ihre eingereichten Konzepte der Jury vor. „Dass sich so viele Menschen beworben haben, zeigt, wie viel Potenzial in der Innenstadt steckt“, sagt Melissa Duda, Leiterin der neuen Stabsstelle Strategische Innenstadtentwicklung. „Bewertet wurden unter anderem die ökologische und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit, auch die Innenstadttauglichkeit, das Alleinstellungsmerkmal und die Qualifikationen der Gründerteams waren uns wichtig.“

Die Jury habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, so Jurorin Claudia Klamp, Inhaberin des Café Zeitgeist. Die Finalisten, die diesmal nicht gewonnen haben, wurden ermutigt, an ihren Ideen dranzubleiben. Sie könnten gegebenenfalls das städtische Förderprogramm nutzen, bei dem Vermieter und Stadt jeweils ein Drittel der Miete übernehmen.

Stadt sucht Flächen für weitere Pop-up-Stores

Die Stadt bemühe sich auch, Räume für einen zweiten und eine dritten Pop-up-Store zu finden, so Mädge. Ursprünglich waren bereits in dieser ersten Runde drei Läden geplant gewesen. Doch die ins Auge gefassten leerstehenden Ladenflächen wurden anderweitig vermietet.

Die großzügigen Räumen will das Gewinnerteam für weitere Angebote nutzen, um Hundefreunde zusammenzubringen. So planen sie Aktionen mit Fotografen, Künstlern und Autoren.

Ihr Kopf sei voller Ideen, sagt Petra Jacob. Die kommenden Wochen werden die beiden nutzen, um einige dieser Ideen vorzubereiten. Solange die Entscheidung der Jury nicht öffentlich verkündet war, mussten sie die Füße still halten und konnten noch keine Händler oder Hotels ansprechen. Doch das Gründerteam ist zuversichtlich, dass ihr Konzept aufgehen wird. „Wir sind vorbereitet“, sagt Petra Jacob. „Jetzt geht das zack, zack.“

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