Lüneburg

Mann will Geld abheben – und erfährt, dass er tot ist

Eine Filiale der Sparkasse Lüneburg (Archivbild).

Eine Filiale der Sparkasse Lüneburg (Archivbild).

Foto: imago/Rust

Anwalt fordert Schadenersatz für seinen psychisch kranken Mandanten. Wie die Rentenversicherung den Fehler erklärt.

Lüneburg/Laatzen. Als ein Mann aus Neetze (Landkreis Lüneburg) Geld am Automaten abheben wollte und es hieß, seine Konten seien gesperrt, glaubte er an ein Versehen. Der 51-Jährige ging in die Filiale, um die Sache zu klären – und erfuhr Erstaunliches: Laut den Unterlagen sei er bereits Ende September verstorben, sagte ihm der Mitarbeiter. Das habe die Rentenversicherung der Sparkasse in einem Schreiben von 6. November mitgeteilt.

„Der Rentenberechtigte ist am 30.09.2018 verstorben. Die Rente wurde überzahlt“, heißt es in dem Brief, aus dem die Lüneburger "Landeszeitung" zitiert. Die Sparkasse werde darum gebeten, die Geldleistungen, die „nach dem Todesmonat“ ausgezahlt wurden, zurückzuüberwiesen.

Wie die Rentenversicherung den Fehler erklärt

"Es war ein menschlicher Fehler", sagte ein Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover der Deutschen Presse-Agentur. Ein normalerweise zwischen Computern durchgeführter Datenaustausch habe in diesem Fall nicht funktioniert. Deshalb musste eingegriffen werden. "Dabei hat der Mitarbeiter versehentlich den falschen Grund zum Rückruf der Rente angeklickt, statt Wegfall Tod – das tut uns sehr leid."

Die Rentenversicherung streitet mit dem Betroffenen um eine Erwerbsminderungsrente. Sein Anwalt in Lüneburg fordert nun Schmerzensgeld für seinen unter Depressionen und Angstzuständen leidenden Mandanten. Die Kontrontation mit dem eigenen Tod habe die psychische Störung verstärkt: „Er hat durch die Mitteilung und die sich hieraus anschließende Sperrung seiner Bankverbindung einen Schock erlitten. Die Medikamentengabe musste auf die maximale Dosis erhöht werden.“