Prozess

Sky-Signal geknackt: Drei Millionen Euro Schaden

Eine Fernsehkamera und ein Sky-Logo.

Eine Fernsehkamera und ein Sky-Logo.

Foto: Tobias Hase / dpa

Vier junge Männer sollen Zugänge des Pay-TV-Senders Sky geknackt und weiterverkauft haben. Prozessbeginn am Landgericht Lüneburg.

Lüneburg. Vier junge Männer zwischen 22 und 26 Jahren sollen Computerbetrug in besonders schwerem Fall begangen haben. Der Vorwurf: Ausspähen von Daten in 20.854 Fällen. Seit heute müssen sie sich vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. Laut Staatsanwaltschaft sollen sie über das selbst eingerichtete Internetportal "iStreams.to" illegal das Programm von Sky angeboten haben.

Signal von Sky geknackt und weiter verkauft

Dabei sollen die vier Angeklagten das Signal des Pay-TV-Anbieters Sky geknackt und daraufhin anderen Nutzern unverschlüsselt und günstiger angeboten haben. Ein Gerichtssprecher teilte mit, dass die Angeklagten am ersten Prozesstag nicht geständig waren.

7401 Internetnutzer sollen das vergünstigte Angebot zwischen Oktober 2011 und Februar 2016 in Anspruch genommen und dabei insgesamt 20.854 Streaming-Pakete gebucht haben, so die Staatsanwaltschaft.

3,1 Millionen Euro Schaden für Sky

Dabei sollen die Angeklagten rund 250.000 Euro kassiert haben. Durch entgangene Abos soll Sky demgegenüber ein Schaden von mehr als 3,1 Millionen Euro entstanden sein. Besonders die deutschen Lizenzhalter von Fußballübertragungen sehen durch illegale Livestreams seit Jahren ihre Geschäfte bedroht. Für das Verfahren hat die 4. große Jugendkammer bis Ende März 2019 zunächst insgesamt 19 Verhandlungstermine angesetzt.