Nazigold

Rätselhafter Schatzfund im Lüneburger Museum präsentiert

Goldmünzen liegen in Lüneburg in einer Vitrine des Museums Lüneburg

Goldmünzen liegen in Lüneburg in einer Vitrine des Museums Lüneburg

Foto: Axel Heimken / dpa

Ein Hobbyarchäologe hat in Lüneburg den größten Goldfund aus der NS-Zeit in Norddeutschland gemacht. Dieser wird im Museum präsentiert.

Lüneburg. Es ist der größte Fund von Nazigold, der jemals in Norddeutschland gemacht wurde: 217 Münzen aus reinem Gold hat ein Hobbyarchäologe bei Oedeme entdeckt. Am kommenden Sonntag wird der Schatz im Museum Lüneburg der Öffentlichkeit präsentiert.

Sieben Jahrzehnte waren die Geldstücke im Erdreich verborgen. Verpackt in Geldsäcken der Berliner Reichsbank. Die Plomben tragen das Siegel von Reichsadler und Hakenkreuz. Nun glitzern die Goldmünzen in einer Glasvitrine im Museum Lüneburg im Licht starker Scheinwerfer.

Das Geld kommt aus Frankreich, Belgien, Italien und Österreich-Ungarn, wurde geprägt in der Zeit von 1831 bis 1910 und ist verziert mit den Häuptern von Herrschern längst vergangener Tage. Jedes Stück hat je 21 Millimeter Durchmesser und exakt 6, 45 Gramm Gewicht.

Der Materialwert des 1,4 Kilogramm schweren Schatzes lässt sich bestimmen: Etwa 45.000 Euro. Unschätzbar dagegen ist der wissenschaftliche Wert des Horts. „Er wirft ein Schlaglicht auf die Wirren des Krieges“, sagt Dr. Annette Schwandner vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Wer hat den Hort vergraben? War es ein hochrangiger Nazi in den letzten Kriegstagen? War es ein Besatzungssoldat in der Nachkriegszeit? Noch sind diese Fragen ungeklärt. Die Museumsmitarbeiter hoffen auf Erinnerungen von Zeitzeugen.

Am Sonntag, 19. Juli, besteht für Besucher des Museums Lüneburg von 11 bis 18 Uhr die Möglichkeit, den Schatz in der Willy-Brandt-Straße 1 in Augenschein zu nehmen.