Hilfe bei der Kindererziehung

Jugendhilfeausschuss entscheidet über die Fortsetzung des Elterntrainings in Gellersen

Lüneburg. Über ganz praktische Unterstützung für Eltern bei der Kindererziehung beraten die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses des Landkreises in ihrer nächsten Sitzung am Mittwoch, 18. August. Dann müssen die Kommunalpolitiker über die Fortsetzung eines Projektes in der Samtgemeinde Gellersen entscheiden.

In den vergangenen zwei Jahren haben Eltern vermehrten Beratungsbedarf in Erziehungsfragen in der Samtgemeinde angemeldet. Viele Mütter und Väter fragen sich, wie sie mit ihrem Kind reden sollen, ohne dass es zu Missverständnissen kommt. Manche sind unsicher, wie sie mit ihren Kindern in der Pubertät umgehen und unterschiedliche Standpunkte übereinbringen sollen. Auch die Frage nach Belohnungen und Konsequenzen stellen sich viele Eltern. Eine weitere zentrale Frage für viele ist der Umgang mit Konfliktsituationen.

Nachdem sich bei den Mitarbeitern des Familien- und Kinderbüros Gellersen schon im Jahr 2009 acht Familien gemeldet haben, die Tipps und Hilfe für ihr Verhalten insbesondere in Konfliktsituationen haben wollten, hat die Samtgemeinde reagiert.

Der Verein Albatros, der Beratung und Betreuung für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien anbietet, hat ein Konzept erarbeitet, dass unsicheren Eltern im Alltag helfen soll. In einem speziellen Elterntraining geben eine Pädagogin und eine Sozialpädagogin Vätern und Müttern von Kindern bis zwölf Jahren Methoden an die Hand, die im Alltag leicht anwendbar sind und die Eskalation von Konflikten verhindern soll.

Bislang haben insgesamt 18 Familien die Unterstützung nachgefragt. Aufgrund der guten Resonanz soll das Projekt im zweiten Halbjahr 2010 fortgesetzt werden. Besonders im Fokus stehen soll dann das Thema Pubertät.

Zwei Elterntrainerinnen sollen maximal zehn Teilnehmerfamilien für zehn Wochen zur Seite stehen und sich unter anderem bei zwei geplanten Hausbesuchen selbst einen Eindruck von der Familiensituation verschaffen. Außerdem gehören alle zwei Wochen stattfindende Gruppentreffen zum Konzept.

Die Mütter Sylke Kruse und Kirsten Harling aus Westergellersen sagten dem Träger, zuerst hätten sie ein mulmiges Gefühl gehabt. Aber sehr schnell fühlten sie sich mit ihren Sorgen gut verstanden. Außerdem seien sie gezielt und fachmännisch beraten worden. "Wenn die Eltern zufrieden sind, ist es der Landkreis auch", sagt Karsten Zenker-Bruns, Fachdienstleiter Jugendhilfe und Sport des Landkreises Lüneburg.

Für die Fortsetzung des Projekts sind insgesamt 3565 Euro nötig. Nicole Ziemer (SPD), Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, lobt die Arbeit des Trägers. "Das Elterntraining ist eine erfolgreiche Sache, und meine Fraktion wird aller Voraussicht nach das Projekt weiter unterstützen".

Die Sitzung des Jugendhilfeausschusses des Landkreises ist öffentlich und beginnt um 15 Uhr, Auf dem Michaeliskloster 4.