Der Elefant ist ein mächtiges Tier: Stark, groß, riesige Ohren, dicke Füße - und es hat einen mächtigen Rüssel. Der ist das wirklich Sonderbare am Elefanten: Eine lange Nase hat dieses Tier. Aber wozu ist dieser biegsame Rüssel gut?

Eigentlich ist ein Rüssel eine verlängerte Nase, die aus der stark verlängerten Oberlippe und der eigentlichen Nase gebildet wird. Es ist ein sehr feinfühliges Organ, das nicht nur zum Riechen taugt. Der Rüssel ist ein Multifunktionsorgan, das als Tast- und Greiforgan, zur Atmung und Geruchswahrnehmung, doch darüber hinaus auch als Waffe oder Drohmittel sowie als Saug- und Druckpumpe beim Trinken dient.

Während der Rüssel des afrikanischen Elefanten in zwei fingerartigen Fortsätzen endet, ist es beim indischen Elefanten nur einer. Mühelos kann sich der Elefant damit zarte Blätter und saftige Früchte aus bis zu sieben Meter Höhe von den Bäumen pflücken und sie sich mit einer fließenden Bewegung direkt ins Maul schieben. Wenn ein dicker Ast oder ein umgefallener Baum im Weg liegen, kann er beides damit beiseite räumen.

Gelegentlich wird der Elefantenrüssel beim Baden oder Schwimmen als eine Art Schnorchel eingesetzt, zum Riechen wird er hoch in die Luft gehalten. Als eine Art Strohhalm kann der Rüssel nicht eingesetzt werden, aber er erleichtert dem Elefanten das Trinken trotzdem: Bis zu acht Liter kann er damit aufsaugen und sie anschließend in sein Maul spritzen. Innerhalb von fünf Minuten kann der Elefant so gut 200 Liter Wasser trinken.

Und eine Schlagwaffe ist der Rüssel in bestimmten Situationen auch. Dazu rollt ihn der Elefant auf und streckt ihn zum Schlag aus. Manches angreifende Raubtier ist so schon in die Flucht geschlagen worden. 40 000 Muskeln machen den knochenlosen Rüssel beweglich.