Atompolitik

Kritik aus dem Landtag am Krümmel-Beschluss

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Unverständnis löst bei den beiden Landtagsabgeordneten Andrea Schröder-Ehlers (SPD) und Miriam Staudte (Grüne) der Beschluss des niedersächsischen Umweltausschusses aus, gegen die endgültige Abschaltung des Atomkraftwerkes Krümmel zu stimmen.

Lüneburg. Verärgert reagiert Staudte, die die Abstimmung mit einem Antrag im August 2009 nach der Pannenserie bei der versuchten Wiederinbetriebnahme eingefordert hatte. Sie sagt: "Krümmel wieder ans Netz zu lassen, ist ein Spiel mit dem Feuer. Der aufgerüstete Reaktor ist nichts als ein frisierter Oldtimer, der wegen Materialermüdung längst hätte aus dem Verkehr gezogen werden müssen."

Ungeachtet der Signale des Bundesumweltministers Norbert Röttgen setzten CDU und FDP in Niedersachsen ihren kompromisslosen Pro-Atom-Kurs fort, kritisiert Schröder-Ehlers. Der Antrag der Grünen, in dem die Abschaltung des Pannenreaktors Krümmel gefordert wird, sei von den Umweltpolitikern von CDU und FDP mit dem lapidaren Satz abgetan worden, Niedersachsen sei nicht zuständig. "Nicht einmal eine Diskussion über den Antrag war möglich", berichtet sie. Dabei habe sich selbst der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kieler Landtag, Christian von Boetticher, schon eindeutig gegen ein Wiederanfahren des Reaktors ausgesprochen. "Und auch Ministerpräsident Christian Wulff hatte bereits im Juli 2009 dafür plädiert, Krümmel abgeschaltet zu lassen", erinnert Schröder-Ehlers.