Stadtplanung

Ostumgehung: Tempo 80 bleibt vorerst nur Wunsch

Es ist der Wunsch von Anwohnern und Politikern, aber seiner Umsetzung hat Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) zunächst einmal eine klare Absage erteilt: Tempo 80 auf der Ostumgehung.

Lüneburg. Dennoch will der Verwaltungschef noch einmal das Gespräch mit Polizei und Straßenbaubehörde suchen - darauf bestanden die Mitglieder des Verkehrsausschusses. "Dies ist eine Diskussion, die man emotional nachvollziehen, aber leider nur objektiv beurteilen kann", sagte Mädge bei der Sitzung im Huldigungssaal des Rathauses. Objektiv gebe es Stellungnahmen von Polizeiinspektion und Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und "keinen Raum für eine Entscheidung des Rats". Die Forderungen der Anwohner könne er verstehen, aber: "Rechtsprechung und Gesetze sprechen dagegen. Ich warne davor, an das Thema emotional und populistisch heranzugehen."

Hubert Meißner (SPD) traute sich eigenen Angaben nach zwar kaum noch etwas zu sagen, aber: "2003, 2004 und 2008 war die Ostumgehung Thema im Rat. Der Verkehrslärm nimmt von Jahr zu Jahr zu. Wir sind einmal von 20 000 Autos täglich ausgegangen, jetzt sind es 38 000, 2010 werden es 40 000 sein. Der Lärm ist gesundheitsschädlich."

Laut Meißner könne eine Verwaltung sehr wohl die Entscheidung zur Temporeduzierung treffen, "Polizei und Behörde sind nur anzuhören". Die hatten sich wie berichtet gegen ein Limit von 80 km/h ausgesprochen. Meißner hielt dagegen: "Tempo 80 würden auch das Unfallrisiko und die -folgen reduzieren". Auch Ulrich Löb (Grüne) nannte die Argumente der Polizei "nicht sonderlich überzeugend".

Meißner sah zwar die rechtliche Problematik und die Fragen der Zuständigkeit ein, schlug aber noch eine Verkürzung des Tempo-80-Bereichs von Adendorf bis Höhe Klosterkamp vor und gab sich mit der Antwort der Verwaltung auf die Anfrage erst zufrieden, als die Zusage Mädges in die Beschlussempfehlung aufgenommen wurde, weitere Gespräche mit Polizei und Straßenbehörde zu führen.

Dazu der Verwaltungschef: "Sie können sicher sein, dass ich das Abwägen gut auslegen werde." In Sachen zusätzlicher Lärmschutz wies Mädge zudem auf die derzeit laufende Planfeststellung beim Landkreis hin, die 2010 für den Bereich Adendorf bis Deutsch Evern vorliegen werde. Für die Autobahn 36 forderte er eine Verlängerung des geplanten Deckels auf bis zu 700 Meter statt bislang 400 Meter.