Kulturetat

Theater Lüneburg: 2009 weniger Geld aus Hannover

Auf frisches Geld aus Hannover hatten alle Beteiligten für den Etat des Theaters Lüneburg gehofft. Doch diese Hoffnung scheint jetzt geplatzt zu sein.

Lüneburg. "Kulturminister Lutz Stratmann lässt das Theater Lüneburg im Regen stehen", sagt Andrea Schröder-Ehlers, Landtagsabgeordnete der SPD. Nach jetzigem Stand gebe es aus Hannover deutlich weniger Geld für Lüneburg, obwohl das Theater eben erst mit der neuen Sparte des Jugendtheaters an den Start gegangen ist.

Dabei hat Stratmann laut Schröder-Ehlers Anfang November im Haushaltsausschuss des Landtages noch die Schließung der Finanzlücke in Aussicht gestellt, nachdem das Theater wie berichtet auf den Tarifsteigerungen für seine Mitarbeiter sitzen geblieben war. "Statt der im Haushalt veranschlagten 140 000 Euro sind jetzt deutlich weniger vorgesehen", sagt Schröder-Ehlers. "Es klafft definitiv eine Finanzierungslücke im Theateretat. Ich finde es sehr bedauerlich, dass der Minister von seiner Zusage, bei der Finanzierung zu helfen, offenbar abgerückt ist. Ich werde das Finanzierungsproblem beim Theater im Finanzausschuss zur Sprache bringen, doch im Moment gibt es keine Lösung."

Das Haus hatte sich um die Einwerbung von Spendenmitteln in Höhe von 75 000 Euro für das Kinder- und Jugendtheater, sowie um weitere 140 000 Euro bemüht. Es hätte dann dieselben Summen vom Land noch einmal oben drauf bekommen, insgesamt also 215 000 Euro. Für die ersten 75 000 Euro seien laut Theater-Geschäftsführer Peter Koch genügend Spenden zusammengekommen, für die zweiten 140 000 Euro jedoch habe es nicht gereicht.

"Wir hatten daher im Juli darum gebeten, die 140 000 Euro von der Koppelung zu lösen", erklärt Koch. "Doch darauf haben wir bislang keine Antwort." Laut Theater-Verwaltungsdirektor Wolfgang Dannenfeld fehlen mit Stichtag gestern exakt 120 685 Euro an Spenden, um die volle 215 000-Euro-Förderung des Landes zu bekommen. Jetzt könnte es sein, dass statt der erhofften 140 000 Euro nur knapp 20 000 Euro fließen.

Und für die Zukunft stehen dieselben Probleme wieder an. Denn CDU-Fraktionschef David McAllister teilte dem Theater mit, an der Koppelung von Förderung und Spenden festhalten zu wollen. Dazu sagt Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD): "Auch die ursprünglich geplanten 75 000 Euro von Stadt und Landkreis können wir nicht leisten. Uns werden Hürden hingelegt, über die wir nicht springen können. Das wird an die Substanz des Unternehmens gehen."