Leuphana

Stadtrat diskutiert Audimax-Pläne

2011 wird die Hansestadt Lüneburg der Leuphana Universität eine Million Euro überweisen. Es sei denn, Hannover genehmigt den städtischen Haushalt nicht, Uni-Vize Holm Keller bekommt die noch fehlenden rund 20 Millionen Euro für sein Audimax nicht zusammen oder Landtag respektive Landesrechnungshof stimmen dem Projekt nicht zu. Das formulierte Lüneburgs Oberbürgermeister bei der Ratssitzung am Donnerstag.

Lüneburg. Denn der Rat der Stadt steht noch immer eisern hinter seiner Finanzierungszusage von fünf Millionen Euro bis 2013 für die Pläne der Uni für ein Audimax. Es soll Lüneburg einen Ersatz für die fehlende Stadthalle liefern, so das Kalkül. Einzig die Fraktion Die Linke stellt das Projekt regelmäßig in Frage.

Malte Riechey wollte von der Verwaltung Details zu der geplanten Nutzungsvereinbarung wissen. Kritisch sieht er vor allem folgende Punkte: "Der Vorrang kommerzieller Veranstaltungen vor kommunalen, die unklare Finanzierung des Gesamtprojekts und die nicht erkennbare universitäre Nutzung: Als Hörsaal ist das Audimax zu groß, und es ist überteuert geplant. Der Landesrechnungshof hat die Wirtschaftlichkeit bereits angezweifelt." Vor allem will Riechey verhindert wissen, dass ein Privater das Audimax betreiben wird. Dann schwänden die öffentlichen Interessen.

Zu Riecheys Zwölf-Punkte-Fragenkatalog sagte Mädge: "Die Zuwendungen der Stadt fließen nur für den kommunalen Anteil der Nutzung, nicht den privaten." War in der jüngsten Version der Nutzungsvereinbarung noch von 30 Veranstaltungen in zehn Jahren die Rede, habe die Stadt jetzt ein Optionsrecht für eine zweimalige Verlängerung von jeweils zehn Jahren eingefügt, sodass die Stadt das Audimax für bis zu 30 mal 30 Veranstaltungen nutzen kann.

Dabei sollen auch Wunschtermine von Stadt und Landkreis berücksichtigt werden. Details würden bis ein Jahr vor Öffnung geregelt. Sollte ein Privatunternehmen und nicht die Uni Betreiber des Audimax werden, verhandle die Stadt mit jenem weiter.

In Sachen Bebauungsplan kündigte Mädge an, ihn bis Ende dieses Jahres dem Rat vorzulegen. Zu den Umweltbedenken des BUND sagte Mädge in Richtung Grünen-Fraktionschef Andreas Meihsies: "Mit ein bisschen gutem Willen werden wir eine Lösung erarbeiten" - und von dort schallte ein "ja" zurück. Die SPD erneuerte ihre Finanzzusage, auch die CDU - nachdem das Audimax Anfang der Woche aus ihren Reihen noch als "auf der Prüfstand zu stellen" genannt worden war.