Stadtrat

Koalition im Rat will zusammen bleiben

Der Stadtrat tagt und es war gerade mal drei Tage her, dass der CDU-Parteivorstand öffentlich das Ende der Zusammenarbeit mit der SPD forderte, noch vor der eigenen Fraktionsvorsitzenden, noch vor dem Gruppenpartner. Und trotzdem setzten beide Fraktionen am Donnerstag auf Normalität.

Lüneburg. Da war es noch am ungewöhnlichsten, dass von Beginn an neue Themen auf der Tagesordnung standen: Zum ersten Mal seit Jahren hatten die Politiker keine aus vorherigen Sitzungen übrig gebliebenen Anfragen und Anträge zu bearbeiten: Die waren alle erledigt.

Ungewöhnlich darf auch das Verhalten von Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD), oberster politischer Repräsentant und Chef der Verwaltung, genannt werden. Geduldig und ruhig nahm er zu Kritik Stellung, beantwortete Fragen. Sogar Malte Riechey, Fraktionschef der Linken, kam - anders als sonst - rund zwei Stunden ohne Attacken des OB weg.

Kein Zoff auch zwischen Mädge und dem Grünen-Fraktionschef Andreas Meihsies, stattdessen mündliches Einverständnis bei Bebauungsplänen. Und Meihsies holte statt gegen die SPD noch einmal kräftig aus in Richtung CDU: Wolle sie etwa die Axt bei der Museumslandschaft anlegen? Es sei Zeit für sie zu gehen, raunzte er.

Was die Christdemokraten wiederum zur Gegenrede und erstem Hinweis des Abends auf die Zukunft des Rates veranlasste: "Nein", riefen einige Mitglieder auf die Museums-Frage, und Fraktionschefin Regina Baumgarten sagte: Sie werde weiter Projekte anschieben und finanzieren, wenn die Fraktion mitgehe. "Die CDU ist ein verlässlicher Partner - zumindest die Fraktion hier im Rat." Lachen im Saal. Und Eberhard Manzke murmelte in Richtung CDU-Kreisvorstand: "Wir können uns abgrenzen."

Mädge schloss den Tagesordnungspunkt schließlich mit vielen verbindenden Sätzen im Hinblick auf die Abstimmung zum Haushalt: Jeder hier könne "Erfolge vorweisen, wenn er zurückblickt". Es gehe nicht um Prestigeobjekte und Gruppenkonstellationen, sondern darum, die Stadt voranzubringen. Da applaudierte auch die CDU.