Tierskandal

Grüne fordern Konsequenzen für Kreis-Veterinäramt

Die Grünen im Landkreis Harburg fordern Konsequenzen "aus den jüngsten Tierskandalen" in der Verwaltung und vor allem im Veterinäramt des Landkreises.

Winsen. Wie berichtet sind von mehreren Zeugen schwere Vorwürfe wegen Tierquälerei gegen den Schätzendorfer Pferdezüchter Peter W. erhoben worden. Verschiedene Zeugen hatten bereits dem Kreisveterinäramt die Zustände auf dem Pferdehof gemeldet. Darauf hin hatte es, nach Angaben des Kreissprechers Georg Krümpelmann, zwei Kontrollen auf dem Hof gegeben. Andere Zeugen, die die Tierquälerei beim Veterinäramt melden wollten, wurden dort an die Polizei verwiesen.

"Wir fordern eine schonungslose Aufklärung und schnelle Beseitigung der Missstände, bessere Kontrollen und zukünftig eine effektive Zusammenarbeit zwischen Bürgern und Veterinäramt zur Verhinderung von Tierquälerei. Wieder einmal müssen Tiere für wirtschaftlichen Profit leiden. Tierquälerei dürfen wir uns als Landkreis Harburg nicht leisten", sagt Ruth Alpers, Fraktionschefin der Grünen im Harburger Kreistag. Alpers weiter: "Wenn das Veterinäramt den Tierhalter im Herbst und Winter vergangenen Jahres überprüft und Anordnungen für die Haltung der Pferde erteilt hat, so frage ich mich, wie es möglich sein kann, dass derart gravierende Missstände, wie sie von den Bürgern berichtet werden, jetzt, ein halbes Jahr später, noch immer bestehen."

In einer Anfrage an die Kreisverwaltung in Winsen will die Fraktion unter anderem wissen, welche Anordnungen denn nach den Kontrollen getroffen worden seien, und ob es anschließend weitere Kontrollen gegeben habe, um zu prüfen, ob den Anordnungen nachgekommen worden sei. Wenn es denn der Tatsache entspreche, so Ruth Alpers weiter, dass Anrufer beim Veterinäramt an die Polizei verwiesen würden, müsse sich die Kreisverwaltung die Frage gefallen lassen, ob es nicht sein könne, "dass der Landkreis selbst es den Bürgern fast unmöglich macht, Vorfälle zu melden". Es sei Aufgabe des Landkreises, Meldungen über Tierquälerei nachzugehen und "Maßnahmen zum Schutz der Tiere zu treffen. Und dies, da es um Lebewesen geht, auch zeitnah, ohne dass die Bürger erst "Behördenirrgänge absolvieren müssen, die an Kafka erinnern", so die Fraktionschefin, die geklärt haben will, wer in der Verwaltung für dieses Verhalten "die Verantwortung übernimmt".