Amtsantritt: Neuer Chef für die Arge

Niemeyer übernimmt die Hartz IV-Behörde

Karrieresprung für Michael Niemeyer: Der 43-Jährige ist neuer Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Arbeit und Grundsicherung (Arge).

Lüneburg - Die Mischbehörde aus Arbeitsagentur und Kommunen ist für die Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) zuständig. Bisher arbeitete Niemeyer in gleicher Funktion in der kleineren Arge für den Landkreis Harburg. Die Lüneburger Rundschau stellt den neuen Behördenleiter vor.

Lüneburger Rundschau:

Haben Sie schon einmal selbst versucht, mit den Hartz IV- Leistungen auszukommen?

Michael Niemeyer:

Nein, das habe ich nicht. Aber ihre Frage spielt sicherlich auf die Höhe der Regelleistungen an. Daher müssten Sie diese Frage dem Arbeitsminister Olaf Scholz stellen. Denn die Hartz IV-Höhe habe ich nicht zu verantworten.

Rundschau:

Hinter jeder ihrer Kundennummern steht ein persönliches Schicksal. Fühlen Sie sich von diesen Lebensgeschichten auch persönlich berührt?

Niemeyer:

Ich bin selbst dreifacher Vater und kann daher nachvollziehen, dass einige Eltern nur schwer mit Hartz IV auskommen können. Ich halte es für sehr wichtig, auf das Thema Kinderarmut zu achten. Auf der anderen Seite habe ich aber auch Verständnis für die Gegenposition. Es muss einen Abstand zum Arbeitseinkommen geben.

Rundschau:

Warum ist Ihnen das so wichtig?

Niemeyer:

Hartz IV ist nur eine Grundsicherung. Unsere Fallmanager wollen die Menschen wieder ins Arbeitsleben integrieren. Denn das bedeutet, an der Gesellschaft teilzunehmen.

Rundschau:

Haben Bezieher von Hartz IV im Landkreis mit Ihrem Amtsantritt also mit Änderungen zu rechnen?

Niemeyer:

Nein. Ich bin ja nur Ausführer dessen, was der Gesetzgeber beschließt. Und mit einzelnen der mehr als 14 000 Fälle habe ich nur punktuell zu tun, wenn sie in der Widerspruchsstelle landen. Ich will zunächst einmal jeden meiner 150 Mitarbeiter kennenlernen.

Rundschau:

Und was ändert sich für Sie persönlich?

Niemeyer:

Als Lüneburger kann ich künftig mit dem Fahrrad zu Arbeit kommen.

Interview: Christian Hilmes