Ein Wochenende im Zeichen der Gesundheit

Experten empfehlen Biolebensmittel

Der Boom bei ohne Gentechnik, Pestizide und synthetische Düngemittel produzierten Biolebensmitteln ist ungebrochen. Doch sind die nach EG-Öko-Verordnung deklarierten Bioprodukte wirklich gesünder?

Auch das Ökomonitoring 2007 des Landes Baden-Württemberg zeigt: Während der mittlere Pestizidgehalt von Bioobst- und Gemüse bei etwa 0,002 bis 0,003 Milligramm pro Kilogramm lag, enthielt konventionelles Obst und Gemüse die 100fache Menge. Dazu kommt, dass Produkte oft Rückstände mehrerer Pestizide enthalten und damit nicht nur höhere Mengen beinhalten. Auch Wechselwirkungen sind möglich. EU-weit festgeschriebene Höchstmengen für Pestizide in Obst können nach einer Studie der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und Greenpeace Deutschland nicht als sicher gelten - Es drohen akute und chronische Gesundheitsschäden, insbesondere für Kinder.

Nach Information des Helmholtzzentrums München, Institut für Gesundheit und Umwelt punkten Biolebensmittel tendenziell mit einem höheren Gehalt an Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen. Letztere wirken zum Teil anregend auf das Immunsystem, blutduckregulierend und antioxidativ. "Wir nehmen heute etwa 600 Mal weniger sekundäre Pfanzenstoffe auf als ein Neandertaler. Dabei sind sie für den Körper oft wichtiger als Vitamine", sagt Uwe Garber, Heilpraktiker aus Adendorf mit Weiterbildung in Umweltmedizin.

Auch stünden Pestizide in dringendem Verdacht, Allergien auszulösen. Der Umweltmediziner empfiehlt seinen Patienten deshalb Biolebensmittel. Und noch etwas anderes spricht für Biolebensmittel: In der Tiermedizin werden große Mengen Antibiotika eingesetzt, die zum Teil im Fleisch verbleiben.

Das führt mit der Einnahme von Antibiotika zu einer Zunahme von Resistenzen beim Menschen. Peter-Hansen Volkmann, Arzt für Naturheilkunde und Sportmedizin aus Lübeck stellt auch Hochleistungssportler und chronisch Kranke auf Biokost ein. Der Mediziner sagt: "Pflanzenschutzmittel haben zum Teil hormonelle Eigenschaften."

Nicht nur die natürliche Darmflora werde dadurch geschädigt. Auch könnten die Pestizidrückstände im Essen die Fruchtbarkeit von Männern beeinträchtigen. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Studie des Instituts für Sozialmedizin in Wien, die den Zusammenhang zwischen Spermien-Konzentration und Pestizid-Gehalt in der Nahrung untersuchte. Das Fazit von Uwe Garber: "Biolebensmittel sind einfach gesünder." (hspch)