Ein Wochenende im Zeichen der Gesundheit

Neurodermitis mit Hilfe gesunder Ernährung im Griff

"Alles ist eigentlich gut, wenn man selbst genug Schlaf hat. Doch das hatte ich damals nicht." Susanne Lerz-Schilling erinnert sich an die Zeit, als ihre beiden Kinder noch klein waren, Sohn Tom war gerade geboren, Tochter Tina drei Jahre alt.

Lüneburg

Sie selbst hat mit Heuschnupfen und diversen Nahrungsmittelallergien zu kämpfen, ihr Mann Jörg und Tina leiden ebenfalls unter Heuschnupfen und der kleine Tom zeigte schon von Geburt an Anzeichen für eine schwere Neurodermitis. Nächtelang wog sie ihn in ihren Armen, weil er vor Juckreiz und Schmerzen nicht schlafen konnte.

"Mit sechs Wochen bekam er einen starken Ausschlag. Ein so genanntes atophisches Ekzem, die Vorstufe zu Neurodermitis", erklärt die 43-Jährige. "Bis zu seinem dritten Lebensjahr war es für uns alle die Hölle." Der kleine Tom kratzte sich wund, besonders die kleinen Hände waren rot und eiterig, er konnte nichts damit greifen oder anfassen. Noch heute habe Tom Schwierigkeiten mit der Feinmotorik seiner Hände, so Susanne Lerz-Schilling.

Schon in der Schwangerschaft riet die Kinderärztin der werdenden Mutter komplett auf Milch und weißen Zucker zu verzichten. Denn schon Tochter Tina hatte als Baby Ausschlag, der dann allerdings bald abklang. "Als ich zu Hause war, hab ich erst mal geheult", erinnert sich Susanne Lerz-Schilling. Denn schließlich schränkte das ihren Speisezettel noch mehr ein. Als Allergikerin gegen jegliches Kernobst, darf sie weder Äpfel noch Birnen, Erdbeeren und Nüsse essen, auch rohe Möhren sind tabu. "Eigentlich vertrage ich nur Bananen, Melone, Apfelsinen, Weintrauben und Himbeeren. Und dann kam auch noch der Verzicht auf Milch und auf jeglicher Produkte, die weißen Zucker enthalten. "Der ist ja praktisch überall drin. Senf, saure Gurken, Gebäck," erklärt Lerz-Schilling. Aber durch ihre Verzweiflung wird auch der Ehrgeiz der Mutter angestachelt. "Ich befasste mich zum ersten Mal mit Bioprodukten, bis dahin hatte ich dazu gar keinen Bezug."

Die Familie stellt ihre Ernährung komplett auf vollwertig um. Viel Gemüse steht auf dem Speiseplan, möglichst in Bioqualität und saisonal. "Früher waren Bioprodukte schwer zu bekommen und sehr teuer. Heute hat ja schon jeder Discounter seine eigene Bioprodukt-Reihe", so die gelernte Krankenschwester.

Geimpft ist Tom nur gegen Tetanus und Diphtherie. "Weil die Impfstoffe auf Hühnereiweiß basieren, kann das einen schlimmen Neurodermitis-Schub auslösen, deshalb haben wir ihn kaum impfen lassen." Sie wisse, dass das Thema Impfen umstritten ist, sah aber für ihren Sohn so die beste Lösung. Unterstützung bekam Susanne Lerz-Schilling auch durch die Selbsthilfegruppe "Eltern-Treff Neurodermitis". "Wir trafen uns damals alle 14 Tage, tauschten uns aus, gaben Tipps, redeten. Wir fühlten uns dadurch nicht allein gelassen."

Mit drei Jahren bessert sich Toms Zustand schlagartig. "Fast wie ein kleines Wunder." Jetzt trete die Neurodermitis nur noch vereinzelt auf, vor allem im Winter oder wenn der heute Zwölfjährige zu viele Süßigkeiten nascht.

Kontakt zur Selbsthilfegruppe "Eltern-Treff Neurodermitis" können Interessierte über die Kibis Lüneburg aufnehmen, Telefon: 04131/86 18 20.

www.kibis-lueneburg.de