Leuphana

Studienplatzabbau in der Kritik

Die SPD-Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers kritisiert den Studienplatzabbau an der Leuphana.

Lüneburg - "Mit dem Hochschulpakt II hat sich das Land Niedersachsen verpflichtet, bis zum Jahr 2015 rund 27 000 Studienplätze neu aufzubauen." Dagegen werden an der Leuphana Studienplätze weiter abgebaut: Von ehemals rund 10 000 Studenten waren laut Landesbetrieb für Statistik (LSKN) im Wintersemester 2008/2009 nur noch 7591 Studierende eingeschrieben: "Dieser Weg ist kontraproduktiv", so Schröder-Ehlers.

Uni-Präsident Sascha Spoun hatte die Neuausrichtung der Universität in einem Interview mit der "Lüneburger Landeszeitung" verteidigt. Vor allem eine bessere Lehre sei dadurch gewährleistet, sagte Spoun. "Richtig ist, dass die finanzielle Ausstattung der Leuphana verbessert werden muss", sagt Schröder-Ehlers. "Ich erwarte dennoch, dass Studienplätze in Lüneburg erhalten und ausgebaut werden - schon allein mit dem Blick auf die starken Abiturjahrgänge, die wegen der verkürzten Gymnasialzeit zu erwarten sind, ist das erforderlich."

Die von Spoun unterstellte bessere Versorgung mit Lehrkräften durch den Abbau von Studienplätzen bezweifelt Schröder-Ehlers: "Die gelieferten Zahlen sind zunächst reine Statistik." Dadurch, dass weniger Studenten in dem inzwischen eingestellten Fach Sozialpädagogik studieren, ist nicht automatisch eine bessere Versorgung mit Dozenten in anderen Fächern gewährleistet: "Dabei muss man die Verteilung der Lehrkräfte auf die Fachbereiche berücksichtigen", sagt Schröder-Ehlers.

Insbesondere im Fachbereich I fehle es an Lehrkräften. Die Universität hat eine Reihe von Stellen ausgeschrieben, aber noch nicht besetzt. Der Grund: Die zur Ernennung neuer Professoren erforderlichen Berufungskommissionen sind noch nicht arbeitsfähig. Das Präsidium hatte Ende letzten Jahres gegen den Widerstand von Studentenvertretern und einigen Dozenten die Neubesetzung der Berufungskommissionen mit überwiegend externen Mitgliedern durchgesetzt. (es)