Stolpersteine sollen an Sintikinder erinnern

Gunter Demnig verlegt Gedenktafeln für im Konzentrationslager ermordete Schüler der Johannes-Rabeler-Schule

Lüneburg. Drei neue Stolpersteine wird der Aktionskünstler Gunter Demnig am Mittwoch, 19. Mai, vor der Johannes-Rabeler-Schule an der St. Johanneskirche verlegen. Erinnern sollen die Gedenktafeln aus Messing an ehemalige Schüler.

Franziska Reiminius, ihr Bruder Alois Reiminius und Reinhold Rose besuchten bis März 1943 die Johannes-Rabeler-Schule, eine ehemalige "Hilfsschule". Am 9. März 1943 wurden die drei Sintikinder mit ihren Familien von Lüneburg über Hamburg in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Das belegen Recherchen der Initiative "Stolpersteine in Lüneburg".

Die Initiative ist der Lüneburger Geschichtswerkstatt angegliedert und setzt sich dafür ein, die Opfern des Nationalsozialismus mittels der Erinnerungstafeln, zu würdigen. Bisher hat Gunter Demnig 23 Stolpersteine in Lüneburg verlegt. Die Initiative Stolpersteine wird am Mittwoch eine Plakattafel vorstellen, auf der alle in Lüneburg verlegten Stolpersteine dokumentiert sind. Die Plakate sollen demnächst an verschiedenen Stellen in der Stadt auf die Stolpersteine hinweisen. In Gedenken an die drei Sintikinder wird der Künstler die neuen Gedenktafeln um 14 Uhr in den Gehweg der Straße "Bei der Johanniskirche" einlassen.

Schüler und Lehrer der Johannes-Rabeler-Schule begleiten das Einsetzen der Steine. An der Aktion werden auch ein Vertreter des Niedersächsischen Verbandes der Deutschen Sinti e.V. sowie Vertreter der Stadt Lüneburg teilnehmen. Im Anschluss wird in der Aula der Johannes-Rabeler-Schule in Gesprächsrunden und mit einer kleinen Ausstellung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes über die Verfolgung der Lüneburger Sinti informiert. In Deutschland und im benachbarten Ausland hat Gunter Demnig bisher rund 20 000 Stolpersteine verlegt.

Bei einem seiner letzten Besuche in Lüneburg erklärte der Künstler die Idee hinter der Aktion: "Jedes Opfer erhält seinen eigenen Stein und bekommt seinen Namen wieder - seine Identität und sein Schicksal werden ablesbar. Natürlich ist es völlig irreal, sechs Millionen Steine zu verlegen. Mein Projekt hat nur Symbolcharakter." Wer die Informationsarbeit der Lüneburger Initiative Stolpersteine unterstützen möchte, erreicht die Gruppe per E-Mail.

info@stolpersteine-lueneburg.de