Premiere

Wentorfer zeigen Film vom Jung mit dem Tüdelband

| Lesedauer: 2 Minuten
Thomas Voigt
Szene aus „Jung mit’n Tüdelband“ von Günter Landgrebe.

Szene aus „Jung mit’n Tüdelband“ von Günter Landgrebe.

Foto: Thomas Voigt

Wentorfer Günter Landgrebe hat den Streifen über das alte Hamburg gedreht. Er erklärt, warum Tüdelband das falsche Wort ist.

Wentorf.  Das plattdeutsche Hamburger Lied vom „Jung mit dem Tüdelband“ ist weit über die Grenzen der Hansestadt bekannt, seit die Gebrüder Wolf es im Jahr 1911 dichteten und komponierten. „Dabei geht es ursprünglich gar nicht um ein Tüdelband, sondern um ein Trudelband“, sagt Filmemacher Günter Landgrebe. So bezeichnete man damals die aus Eisen geschmiedeten Fassringe, die für Kinder ein herrliches Spielzeug waren, das sie mithilfe eines Stocks über die Straße rollen konnten.

Normalerweise dreht der 79-jährige Wentorfer Werbefilme für die Wichern-Gemeinschaft oder fürs Bürgerhaus Westibül in Bergedorf-West. Der etwa 15 Minuten lange Trudelband-Streifen aber, den er im Jahr 2020 unter anderem in Bergedorf produzierte, ist ihm eine Herzensangelegenheit. Nun ist es so weit, und der Film über das historische Hamburg wird in der Alten Schule in Wentorf gezeigt: am Donnerstag, 18. August, und am Donnerstag, 25. August, jeweils um 19 Uhr. Veranstalter ist der Wentorfer Bürgerverein, der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Ein Rückblick ins historische Hamburg

„Mit dem verfilmten Lied gewährt Günter Landgrebe einen Rückblick in das historische Hamburg, als das Wasser noch von den Wasserträgern mit Eimern in die Haushalte getragen wurde“, beschreibt Jan Christiani vom Bürgerverein. Die Hamburger Originale von Hummel bis Klein Erna wurden zum Leben erweckt. Die Reeperbahn, den Hafen und den traditionellen Fischmarkt erlebt das Publikum in einer anderen Zeit. Und auch der in Bergedorf 2013 nachgebaute Ewer, ein Segelschiff, mit dem zur damaligen Zeit frisches Obst und Gemüse aus Vierlanden nach Hamburg auf den Fischmarkt gebracht wurde, hat eine kleine Rolle in diesem Film erhalten.

Gedreht wurde aber überwiegend an der Bergedorfer Kirche St. Petri und Pauli und im benachbarten Schlosspark. Für die allererste Szene, in welcher der Junge sich sein Trudelband aussucht, reisten Darsteller und Crew sogar in eine alte Fassfabrik nach Bremen, und auch die Haifischbar an Hamburgs Großer Elbstraße war schon Location.

Die musikalische Begleitung in der Alten Schule wird von Dieter Wagner (Gesang) und Gaby Müller (Akkordeon) bestritten. Beide sind dem Bergedorfer Shanty Chor Die Fleetenkieker zugehörig. Der Bürgerverein bittet alle Besucher der Vorstellungen um telefonische Anmeldung unter 040/722 97 78.

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