Geburtstag

Mit 106 Jahren ein Date mit dem Ministerpräsidenten

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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig und Bürgermeister Matthias Heidelberg (rechts) gratulieren der Wentorferin Charlotta Franke zu ihrem 106. Geburtstag.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig und Bürgermeister Matthias Heidelberg (rechts) gratulieren der Wentorferin Charlotta Franke zu ihrem 106. Geburtstag.

Foto: BGZ

Wentorf. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig gratulierte Charlotta Franke persönlich zum 106. Geburtstag.

Wentorf.  Ihr Alter sieht man Charlotta Franke nicht an und auch mit 106 Jahren ist die lebensfrohe Seniorin noch für einen Flirt zu haben. Zu ihrem Geburtstag gratulierte gestern kein geringerer als der Ministerpräsident persönlich. Torsten Albig (SPD) war auf Einladung von Bürgermeister Matthias Heidelberg nach Wentorf gekommen, wo Charlotta Franke noch immer in ihrem eigenen Haus lebt.

„Mit 106 Jahren ist Frau Franke eine der ältesten Bürgerinnen und Bürger des Landes“, so Ministerpräsident Albig. „Ich bin daher sehr gerne persönlich gekommen, um zu gratulieren. Frau Franke hat in unserem Gespräch sehr eindrucksvoll einen Teil ihrer Lebensgeschichte erzählt. Ich bin tief beeindruckt über so viel Lebensfreude und darüber, wie sie auch immer noch am kulturellen Leben teilnimmt.“

Besonderer Tag wurde noch ein bisschen schöner

„Der Besuch unseres Ministerpräsidenten war eine sehr schöne Geste“, sagt Bürgermeister Heidelberg gerührt. „Als ich nach meiner Einladung an den Ministerpräsidenten dann ein paar Tage später den Anruf aus seinem Büro bekam, dass es klappt, habe ich mich sehr gefreut. Durch seinen Besuch ist dieser ohnehin schon ganz besondere Tag für Frau Franke noch ein bisschen schöner geworden. Wir wünschen Frau Franke noch viel Lebenslust, getreu dem Motto, das sie im Gespräch äußerte: Es wird jeder Tag mit Freude und Dankbarkeit gelebt.“

Vielleicht hat das Reisen Charlotta Franke jung gehalten: „Tokio, Bangkok oder Amerika: Das habe ich alles gesehen. Am liebsten bin ich auf ,meine Insel’ Ischia gefahren.“ Auch bei einem der ersten Touristenflüge nach Mallorca in den 1950er-Jahren war sie dabei: „Das war eine Maschine für 30 Passagiere. Wir mussten in Frankreich zwischenlanden, weil der Tank nicht so viel Benzin fasste. Auf Mallorca gab es noch nichts. Abends trafen wir uns mit den anderen in der Bodega und feierten gemeinsam mit den Spaniern. Ein Glas Wein kostete zehn Pfennig. Solche Begegnungen findet man heute kaum noch.“ Auch Deutschland hat sie im Rentenalter bereist.

Erst mit 99 Jahren Yoga aufgegeben

Die Wentorferin war zuletzt als Leiterin der Personalabteilung des Handelsunternehmens Otto Aldag aktiv. In der Im- und Exportfirma für Öle, Fette und Chemikalien hatte sie sich von der kaufmännischen Angestellten hochgearbeitet. Eine ungewöhnliche Karriere für ihre Generation. „Meine Arbeit war mein Hobby“, stellt sie fest. „Eigentlich wollte ich noch gar nicht aufhören.“ Doch der Juniorchef überzeugte sie damals davon, dass sie doch noch eine schöne Zeit mit ihrem Mann Hermann haben sollte. Ein Hobby blieb ihr auch nach seinem Tod: Sie wurde Stammgast im Haus im Park. Den Yoga-Kursus hat sie im Alter von 99 Jahren aufgegeben. Ein Alter, in dem sie auch die Bergedorfer Zeitung abonniert hatte, um immer auf dem Laufenden zu sein.

( bz/st )

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